Post streicht 8000 Stellen

von Redaktion

Die Post spart und streicht Stellen. Das Briefgeschäft ist rückläufig, deshalb soll dieser Bereich effizienter werden. © Sebastian Kahndert, dpa

Bonn – Nach einem Gewinneinbruch drückt die Deutsche Post auf die Kostenbremse und streicht bis Jahresende 8000 Arbeitsplätze. Den Stellenabbau bedauere man, aber angesichts des Rückgangs der Briefmenge und des hohen Kostendrucks sei dieser nötig, sagte der Vorstandsvorsitzende des Logistikkonzerns DHL, Tobias Meyer, in Bonn. Der Jobabbau betrifft den Konzernbereich Post & Paket Deutschland, der zum Jahreswechsel 187 000 Beschäftigte hatte und dessen Marke Deutsche Post heißt. Es geht um den Versand von Briefen und Paketen.

Konzernchef Meyer sprach davon, dass die Personalaufwendungen derzeit im Jahr bei neun Milliarden Euro liegen. Bei einem Stellenabbau von etwa vier Prozent ergibt sich daraus rechnerisch eine Einsparung von 300 bis 400 Millionen Euro pro Jahr. Auch in anderen Konzernbereichen wird der Rotstift angesetzt, insgesamt will DHL mit ihren weltweit rund 600 000 Beschäftigten bis Ende 2026 mehr als eine Milliarde Euro jährlich sparen.

Der Abbau bei Post & Paket Deutschland soll sozialverträglich und über die „natürliche Fluktuation“ erfolgen. Damit ist gemeint, dass Arbeitnehmer freiwillig den Konzern verlassen – etwa weil sie in Rente gehen oder zu einer anderen Firma wechseln und ihre Jobs dann nicht nachbesetzt werden.

Der Vorstand stellte Jahreszahlen für 2024 vor, die durchwachsen ausfielen. Im vergangenen Jahr konnte der Logistiker seinen Umsatz zwar um 3 Prozent auf 84,2 Milliarden Euro steigern, das Betriebsergebnis (Ebit) sackte aber wegen gestiegener Kosten um 7,2 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro.

Der Konzernbereich Post & Paket Deutschland – also das Geschäft der Deutschen Post – kam Firmenangaben zufolge auf einen Umsatz von rund 17,3 Milliarden Euro, was ein Plus von 2,7 Prozent war. Das Betriebsergebnis sank um 5,6 Prozent auf 821 Millionen Euro. Im Digitalzeitalter schrumpft die Briefmenge seit Langem, im vergangenen Jahr lag der Rückgang bei acht Prozent, vor allem der Schwund bei der Werbepost war deutlich – manche Firma verzichtete auf Werbebriefe und setzte stattdessen auf Mail- oder Internet-Werbung. Die Paketmengen legten hingegen um 4,7 Prozent zu.

Das Stammgeschäft der Post in Deutschland ist eher ein Sorgenkind für den globalen Konzern, andere Geschäftsfelder sind lukrativer – etwa die Express-Sendungen. Auch Lieferketten-Dienstleistungen und das Frachtgeschäft bringen mehr Profit. Beim Blick nach vorn ist das DHL-Management vorsichtig. Man rechne weiterhin „mit einem gedämpften makroökonomischen Umfeld“, hieß es.

In Deutschland hatte die Post das Briefporto zum Jahreswechsel anheben dürfen, der Briefversand verteuerte sich um 10,5 Prozent. Das war der Post nicht genug, sie hatte kräftiger an der Preisschraube drehen wollen. Das wiederum ließ die Bundesnetzagentur nicht zu.

Seit dem Jahresbeginn hat die Post wegen einer Gesetzesreform weniger Zeitdruck bei der Beförderung von Briefen. Nun muss sie die allermeisten Briefe erst drei Werktage nach Einwurf zugestellt haben; zuvor musste sie einen Großteil der Sendungen schon am nächsten Werktag ausgeliefert haben.

Die Ankündigung des Jobabbaus in Deutschland erfolgt nur zwei Tage nach einem Tarifabschluss mit Verdi für rund 170 000 Briefträger, Paketboten und andere Logistik-Mitarbeiter. Der zwei Jahre laufende Tarifvertrag sieht ein Entgelt-Plus von zunächst zwei Prozent und im zweiten Jahr um weitere drei Prozent vor. Nach der Einigung hatte der DHL-Vorstand verlautbart, dass man „Kostensenkungsmaßnahmen konsequent erweitern und beschleunigen“ werde. Nun konkretisierte das Management dieses Vorhaben mit dem Jobabbau.

An der Börse kamen die Pläne und Zahlen der Post gut an: Der Aktienkurs des Konzerns kletterte zeitweise um über zehn Prozent.
DPA

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