Trump setzt Zölle gegen Mexiko und Kanada aus

von Redaktion

Waren aus Mexiko in einem US-Supermarkt. Auch auf amerikanische Kunden haben die Zölle Auswirkungen. © Sullivan/AFP

Washington – US-Präsident Donald Trump hat seine erst am Dienstag in Kraft getretenen Strafzölle gegen Kanada und Mexiko teilweise ausgesetzt. Trump unterzeichnete am Donnerstag ein Dekret, mit dem die Zölle in Höhe von zumeist 25 Prozent auf Importe aus den beiden Nachbarstaaten großteils bis zum 2. April suspendiert wurden.

Die Pause in den Strafzöllen betrifft jene Importe, die durch das Freihandelsabkommen USMCA abgedeckt werden. Das während Trumps erster Amtszeit zwischen den USA, Kanada und Mexiko ausgehandelte Abkommen ist seit 2020 in Kraft und sieht vor, dass ein Großteil der gegenseitigen Lieferungen von Waren und Dienstleistungen von Zöllen befreit bleibt. Während die 25-Prozent-Zölle für manche kanadische Einfuhren komplett aufgehoben wurden, wurden sie für Kalium durch das Dekret auf zehn Prozent herabgesetzt. Kalium wird für Dünger verwendet. Schon am Mittwoch hatte Trump Autos aus Kanada auf Bitte von drei US-Herstellern von Zöllen ausgenommen.

Trump begründet die Strafzölle gegen die zwei Nachbarländer damit, dass diese nicht genug gegen den Schmuggel der gefährlichen Droge Fentanyl sowie gegen die irreguläre Zuwanderung unternähmen. Kanada hatte auf die US-Zölle umgehend mit Gegenzöllen geantwortet, Mexiko hatte eigene Zölle in Aussicht gestellt.

Sowohl mit der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum als auch mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau führte Trump vor der Unterzeichnung seines neuen Dekrets Telefonate. Danach äußerte der US-Präsident sich betont freundlich über Sheinbaum und pries seine „sehr gute“ Beziehung zu der mexikanischen Kollegin. Er habe den Zoll-Aufschub aus „Respekt und Entgegenkommen“ gewährt.

Man arbeite nun gemeinsam daran, Migranten am illegalen Grenzübertritt in die USA zu hindern und den Schmuggel mit der Droge Fentanyl zu stoppen. Sheinbaum dankte Trump für ein „ausgezeichnetes und respektvolles Gespräch“. Sie seien sich einig, dass die Kooperation unter Achtung der Souveränität zu guten Ergebnissen geführt habe und man weiter zusammenarbeite.

Über Trudeau äußerte sich Trump nach dem Telefonat indes betont kritisch. Auch der Kanadier blieb im Anschluss skeptisch. Der Handelskonflikt werde „auf absehbare Zeit“ weitergehen, sagte er.

China will den USA handelspolitisch die Stirn bieten. „Wenn die USA diesen falschen Weg weitergehen, dann werden wir bis zum Ende kämpfen“, sagte der chinesische Handelsminister Wang Wentao gestern in Peking.Zuletzt verdichteten sich die Anzeichen, dass die Zölle die Inflation in den USA anheizen. Trump hatte eingestanden, dass seine Politik Folgen auch für die US-Verbraucher haben werde.
DPA

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