Weshalb Strom bald billiger sein könnte

von Redaktion

Ein Teil des großen Finanzpakets sind die Strompreise, auch für private Haushalte. © panthermedia

München – Strom soll billiger werden: So wollen es die angehenden Regierungsparteien – was das für Haushalte bedeuten könnte.

■ Anbieterwechsel

Der schnellste Weg zu günstigeren Konditionen ist meist der Anbieterwechsel. Derzeit kostet günstiges Gas für Neukunden im Bundesdurchschnitt 10,1 Cent pro Kilowattstunde, bei Strom sind es 28,1 Cent. Internet-Vergleichsportale wie Verivox oder Check24 bieten einen guten Überblick, der Wechsel ist in wenigen Klicks erledigt. Und es ist wahrscheinlich, dass die Großhandelspreise für Strom und Erdgas im Frühjahr etwas fallen. Deshalb kann es sinnvoll sein, mit dem Anbieterwechsel noch ein paar Wochen zu warten.

■ Neue Energiepolitik

Doch es kommt gerade nicht nur auf die Großhandelspreise für Strom an: Die angehenden Partner CDU und SPD wollen die Strompreise senken. Die ehemalige GroKo hat aber keine marktbasierte Lösung für das Problem gefunden. Man will die Strompreise einfach mit Steuergeld (und neuen Schulden) subventionieren.

Wie Hermann-Josef Tenhagen, Chef des Portals „Finanztip“ im „Spiegel“ erklärt, könnte sich für Verbraucher folgende Ersparnis ergeben: Würde die Stromsteuer wie geplant auf 0,1 Cent pro Kilowattstunde abgesenkt, ergebe das mit der Mehrwertsteuer pro Kilowattstunde 2,32 Cent Ersparnis. Bei einem Jahresverbrauch von 3000 kWh immerhin rund 70 Euro. Zudem sollen die Netzentgelte gesenkt werden. Auch das geht nur über einen Steuerzuschuss, da die Netzentgelte die Kosten für Bau und Unterhalt der Stromleitungen darstellen. Pro Kilowattstunde sollen Haushalte noch mal mindestens drei Cent weniger pro Kilowattstunde bezahlen.

■ Rabatt und Altverträge

Hier gibt es aber einen Haken: Während die Stromsteuersenkung auch an Bestandskunden weitergegeben wird, sind die Netzentgelte oft Teil der Preisgarantie. Um einen möglichen Rabatt mitzunehmen, müsste man also den Tarif wechseln. Ein möglicher Zeitpunkt wäre der Jahreswechsel 2025/26, wenn die neuen Netzentgelte festgelegt werden. Wer darauf spekuliert, sollte aktuell keinen Vertrag mit langer Laufzeit abschließen.
MATTHIAS SCHNEIDER

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