München – Unternehmen haben im vergangenen Jahr weniger Förderkredite nachgefragt, und die Aussichten sind unsicher. „Wir hatten ein verhaltenes Förderjahr“, sagte Bernhard Schwab, Chef der LfA Förderbank Bayern, bei der Bilanzvorlage des Instituts gestern in München. Wie aus den Zahlen hervorgeht, sagte die Förderbank des Freistaats im vergangenen Jahr neue Darlehen in einer Höhe von 1,7 Milliarden Euro zu. Ein Jahr zuvor waren es 2,3 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Risikoübernahmen ging zurück: Lag sie im Jahr 2023 noch bei 188 Millionen Euro, waren es im vergangenen Jahr 128 Millionen Euro.
Grund für die verhaltene Kreditnachfrage im vergangenen Jahr seien die konjunkturelle Lage sowie die politischen Unsicherheiten gewesen, sagte Schwab. Wie es im laufenden Jahr weitergeht, hängt demnach auch von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ab – auch angesichts der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der bei der LfA Verwaltungsratsvorsitzender ist, sagte zur Lage in der bayerischen Wirtschaft: „Es ist momentan eine Situation zwischen Hoffen und Bangen.“ 13 Prozent der bayerischen Industrieproduktion gingen in die USA, er hoffe daher auf eine „vernünftige Lösung“ im Zollstreit.
Um Investitionen im Freistaat etwas mehr Schwung zu verleihen, hat die bayerische Staatsregierung beschlossen, die Darlehenshöchstbeträge in fast allen Kreditprogrammen der LfA anzuheben – teilweise haben sich die Kreditobergrenzen verdoppelt. Außerdem sollen in Zukunft auch größere Mittelständler Darlehen für die digitale und nachhaltige Transformation erhalten. Antragsberechtigt sind demnach alle Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 500 Millionen Euro. Die LfA Förderbank selbst konnte im vergangenen Jahr von höheren Zinsen profitieren – Zins- und Provisionsüberschuss kletterten im Jahr 2024 von 108 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 122 Millionen Euro. Insgesamt bezeichnete der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der LfA, Hans Peter Göttler, das Institut als „kerngesund“. Entscheidend sei aber nicht, dass die LfA hohe Gewinne mache, betonte er. LfA-Chef Schwab wies darauf hin, die Aufgabe der LfA bestünde unverändert darin, die Wirtschaft zu unterstützen – „gerade dann, wenn es schwieriger wird“.
SH