Bonn – Wegen Streitigkeiten mit der Versicherung haben sich im vergangenen Jahr so viele Verbraucher wie noch nie an die Versicherungsombudsfrau gewandt. Mehr als 21 500 Beschwerden gingen bei der Schlichtungsstelle ein, wie sie mitteilte. Davon wurden rund 18 000 Fälle zugelassen. Das sei jeweils etwa ein Fünftel mehr gewesen als im Vorjahr.
In etwas mehr als jedem zweiten Fall konnte die Stelle erfolgreich vermitteln. Für den Anstieg gebe es aus Sicht der Schlichtungsstelle zwei Gründe, sagte die Ombudsfrau für Versicherungen, Sibylle Kessal-Wulf. „Der erste liegt darin, dass die Schlichtungsstelle seit dem Bestehen einen zunehmenden Bekanntheitsgrad erreicht hat.“ Zudem seien auch die Erwartungen der Verbraucher an eine rasche und positive Bearbeitung gegenüber den Versicherungen gestiegen.
In immer mehr Fällen beschwerten sich Verbraucher über eine ausbleibende oder stark gestörte Kommunikation der Versicherungsunternehmen. Auf Meldungen von Versicherungsfällen oder auf Rückfragen hätten die Unternehmen in diesen Fällen gar nicht oder nur sehr spät geantwortet.
„Nicht selten wird auch beklagt, dass die Versicherer leistungsablehnende Entscheidungen nicht, nur knapp oder für einen juristischen Laien nicht verständlich genug begründen“, hieß es seitens der Schlichtungsstelle.
Aufgrund der hohen Zahl an Eingängen habe sich in der Schlichtungsstelle die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei den zulässigen Unternehmensbeschwerden um mehr als 13 Tage auf knapp 86 Tage verlängert.