Brüssel/Berlin – Nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump, ab Juni Zölle in Höhe von 50 Prozent gegen die EU zu verhängen, hofft EU-Handelskommissar Maros Sefcovic weiterhin auf eine Einigung in dem Konflikt. Die Europäische Union sei „fest entschlossen, ein Abkommen zu erzielen, das für beide Seiten funktioniert“, erklärte Sefcovic nach Gesprächen mit Trumps Handelsbeauftragtem Jamieson Greer und US-Handelsminister Howard Lutnick am Freitag im Onlinedienst X. Die EU arbeite „in gutem Glauben“ an einem Handelsabkommen mit den USA, das auf „Respekt“ und nicht auf „Drohungen“ basiere, betonte Sefcovic.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) setzt ebenfalls auf eine Kompromisslösung ohne Gegenattacken. „Wir sind als Europäer geschlossen und entschlossen, unsere Interessen zu vertreten“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Aber: „Wir brauchen jetzt keine weiteren Provokationen, sondern ernsthafte Verhandlungen.“
Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, fürchtet indes einen massiven Einbruch der deutschen Exporte, sollten die USA tatsächlich Zölle in Höhe von 50 Prozent gegen die EU verhängen. Die Exporte in die USA könnten um bis zu vier Prozent im Jahr sinken, sagte Fuest der „Bild“-Zeitung vom Samstag. Das entspreche rund 60 Milliarden Euro.
Er befürchte, „dass ein erheblicher Teil der deutschen Exportgeschäfte in den USA unrentabel werden könnte“, sollten die USA die Strafzölle erheben. „Wenn es wirklich so kommt, werden viele Unternehmen aufhören zu liefern“, sagte Fuest.
AFP/DPA