Der Cum-Ex-Kronzeuge Kai-Uwe Steck ist vor dem Bonner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. © Rolf Vennenbernd, dpa
Siegburg/Bonn – Bei der Aufarbeitung des Cum-Ex-Steuerbetrugs hat das Bonner Landgericht gestern Mittag einen der zentralen Akteure verurteilt. Gegen den Rechtsanwalt Kai-Uwe Steck (53) wurde wegen des besonders schweren Steuerbetrugs in fünf Fällen eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verhängt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem ordnete das Gericht die Einziehung von rund 24 Millionen Euro an.
Die Taten erfolgten dem Gericht zufolge im Zeitraum 2007 bis 2011. „Der Angeklagte hat durch sein Tun einen Steuerschaden von knapp einer halben Milliarde Euro mitverursacht“, sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Hausen (Aktenzeichen 62 KLS 1/24).
Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten plädiert und die Verteidigung eine Verfahrenseinstellung gefordert. Steck war früher Kanzleipartner des Cum-Ex-Architekten Hanno Berger. Während Hanno Berger von der Rechtmäßigkeit seines Handelns überzeugt war, gab sich Kai-Uwe Steck geläutert und fungierte als Kronzeuge. Das wirkte sich nun strafmildernd auf das Urteil aus.
DPA