Streit um Ölfund in der Ostsee

von Redaktion

Warschau/Ahlbeck – Hier eine der wichtigsten Urlaubsregionen Mecklenburg-Vorpommerns, nebenan Pläne für ein riesiges Terminal für Containerschiffe und umfangreiche Öl- und Gasförderung: Industrieprojekte an Polens Ostseeküste in direkter Nachbarschaft zur Insel Usedom sorgen für Unmut.

„Unsere Zukunft liegt nicht im Öl der Ostsee, sondern in der Energie von Sonne, Wind und Biomasse“, sagte der Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) bereits am Dienstag, nachdem zuvor das Ausmaß neu erkundeter Öl- und Gaslagerstätten nahe der Grenze bekannt wurde.

Dem Ergebnis der Probebohrungen zufolge wird das förderbare Vorkommen von Erdöl und Erdgas auf 200 Millionen Barrel Öläquivalent (Rohöleinheit) geschätzt, teilte das kanadische Unternehmen Central European Petroleum (CEP) in Warschau mit. Das Ölfeld Wolin East liege etwa sechs Kilometer von Swinemünde (Swinoujscie) entfernt und ist damit auch vom deutschen Teil der Ferieninsel Usedom sichtbar. Der Öl-Fund befindet sich nach Angaben des Wirtschaftsministers von Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Blank, teils auf deutschem Hoheitsgebiet. „Es ist davon auszugehen, dass es sich bei dem Ölfeld um die zu Zeiten der DDR erbohrte Lagerstätte Heringsdorf handelt“, sagte der parteilose Minister der Zeitung „Welt“. Inhaberin der Bergrechte für die Lagerstätte Heringsdorf auf deutscher Seite sei die Neptun Energy Deutschland GmbH, teilte das Ministerium weiter mit.

„Über aktuelle Planungen im Zusammenhang mit den polnischen Erkundungen ist nichts bekannt.“ Sollte sich das Vorkommen bestätigen, wäre es der größte Fund in Polen mindestens seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte der polnische Chefgeologe Krzysztof Galos der nationalen Nachrichtenagentur PAP zufolge. DPA

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