ING bietet europäische Paypal-Alternative an

von Redaktion

Europäer wollen Paypal und Co. Paroli bieten. © dpa

Frankfurt – Visa, Mastercard, Paypal: US-amerikanische Zahlungsdienstleister sind in Europa omnipräsent. Die Alternative der europäischen Banken – Wero genannt – ist bislang ein äußerst zartes Pflänzchen. Das könnte sich bald ändern: Noch im August will die ING, größte Direktbank Europas, das Programm für ihre zehn Millionen deutschen Kunden freischalten. „Wir sind eine der ersten deutschen Banken, die das voll in die eigene Banking-App integrieren wird“, sagte ING-Deutschland-Chef Lars Stoy. Wero wird von der European Payment Initiative (EPI) aufgelegt, einem Zusammenschluss mehrerer europäischer Zahlungsdienstleister.

Wer Wero nutzt, braucht im Unterschied zu einer herkömmlichen Überweisung nicht die Kontonummer des Empfängers, sondern kann Geld in Echtzeit an eine Handynummer oder E-Mail-Adresse senden. Für diese Funktion ist bisher vor allem der US-Dienst Paypal beliebt.

Bislang bietet Wero nur Geldtransfers unter Privatleuten an. Nach bisheriger Planung sollen Online-Zahlungen mit Wero noch 2025 möglich werden, ab 2026 soll man mit Wero auch im Einzelhandel bezahlen können. Künftig sollen weitere Funktionen hinzukommen wie zum Beispiel Ratenzahlungen, die Integration von Treueprogrammen und die Verwaltung von wiederkehrenden Zahlungen.

Wero hat den Vorteil, dass Nutzer keine eigene App oder ein neues Konto brauchen. Die Funktion wird im Online-Banking der teilnehmenden Banken freigeschaltet. Für Privatmenschen ist die Nutzung kostenlos.

Seit Anfang Juli 2024 ist EPI mit Wero am Start. Nutzen konnte das hierzulande zunächst nur die Kundschaft von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken über die Apps ihrer jeweiligen Institute. Inzwischen gibt es eine eigenständige Wero-App, die zum Beispiel bei der Postbank seit Ende November verfügbar ist. In Deutschland ist Wero laut eigenen Angaben auch noch bei der Sparda-Bank, der PSD-Bank, der BBBank, der GLS-Bank und Revolut verfügbar.

Außer in Deutschland ist Wero bereits in Frankreich und Belgien verfügbar, für Österreich laufen derzeit Gespräche. Insgesamt zählt EPI in den bisherigen Teilnehmerländern 42,5 Millionen registrierte Nutzer. Zum Vergleich: Paypal kommt nach eigenen Angaben alleine in Deutschland auf 35 Millionen Kundenkonten. Bislang fehlt es vor allem an Bekanntheit: Fast 70 Prozent der Deutschen haben laut einer Verivox-Umfrage von Wero entweder noch nie gehört oder wissen nicht, worum es sich dabei handelt. MAS/DPA

Artikel 6 von 9