Frau soll Bahn führen

von Redaktion

Berlin – Der Weggang von Bahnchef Lutz ist aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn ein notwendiges Signal. Für die Nachfolge brauche man jemanden, der aus dem Verkehrssektor kommt und das Eisenbahn-System in Deutschland kennt. „Und es sollte jemand sein, der nicht schon ewig und drei Tage im Bahn-Konzern ist“, sagte der Bundesvorsitzende des Verbands, Lukas Iffländer.

Er schlug die derzeitige Geschäftsführerin des Hamburger Verkehrsverbunds HVV, Anna-Theresa Korbutt, als Nachfolgerin von Bahnchef Richard Lutz vor. Korbutt könne anecken und habe etwa in der Debatte um die Finanzierung des Deutschlandtickets deutliche Positionen vertreten.

„Danke für dieses hohe Maß an Wertschätzung, das ehrt mich sehr“, schrieb Korbutt auf LinkedIn. Die Deutsche Bahn sei ein Unternehmen mit großartiger Perspektive.

Wichtig sei, dass der neue Vorstandschef oder die neue -chefin ein gutes Team um sich herum bekomme, betonte Iffländer. Nur so könne man die verkrusteten Strukturen im Konzern aufbrechen, in denen innovative Ansätze häufig versickerten oder blockiert würden. „Wenn man nur den obersten Kopf austauscht, wird das wenig bringen“, warnte er. Es brauche Leute, die im Unternehmen aufräumten und dafür sorgten, dass diejenigen, die blockierten, keine Macht mehr hätten. Dennoch könne es durchaus eine interne Lösung geben. Am Donnerstag hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) verkündet, dass der Vertrag des bisherigen Vorstandschefs vorzeitig aufgelöst werde. Lutz ist noch so lange im Amt, bis die Nachfolge geregelt ist. Schnieder will die Frage im besten Fall bis zum 22. September klären. Für diesen Tag hat er außerdem eine neue Strategie für das kriselnde Bahnsystem in Deutschland angekündigt.

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