Arbeitskräfte gesucht: Die Energiewende braucht Personal. © Sven Simon/Imago
Die Autoindustrie, vor allem die Zulieferer, stehen stark unter Druck. © Patrick Pleul, dpa
Stellenabbau in Metall- und Elektroindustrie
Berlin – Der Jobabbau in der deutschen Metall- und Elektroindustrie geht weiter. Allein im Juni gingen fast 14 000 Arbeitsplätze in der Branche verloren, wie der Arbeitgeberverband Gesamtmetall mitteilte. Im ersten Halbjahr waren es 76 000. „Der Standort hat ein massives Kostenproblem“, teilte Verbands-Chefvolkswirt Lars Kroemer mit. Hinzu kämen die Belastungen etwa durch die Zollpolitik der USA. Bundesweit arbeiten in der Branche im Juni rund 3,82 Millionen Menschen – 104 000 weniger als ein Jahr zuvor. Seit 2023 seien in der Metall- und Elektroindustrie 154 000 Arbeitsplätze verloren gegangen, so der Verband. Mit jedem abgebauten Arbeitsplatz verliere Deutschland mehr als 100 000 Euro an Wertschöpfung, betonte Kroemer. „Das sind fast 25 Milliarden Euro weniger an Wirtschaftskraft im Vergleich zu 2019.“
China liefert wegen Zöllen mehr Hybride
Brüssel – Chinesische Autohersteller haben sich offenbar angepasst und liefern infolge der EU-Zölle auf E-Autos stattdessen vermehrt Plugin-Hybride nach Europa. Chinas EU-Exporte von Plugin-Hybriden sind im ersten Halbjahr 2025 sprunghaft gestiegen, wie das „Handelsblatt“ unter Verweis auf Daten des Branchendienstleisters Dataforce berichtete. Hersteller wie BYD und Lynk & Co. setzten demnach zusammen knapp 33 000 Plugin-Hybride in der EU ab – ein Plus von 364 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Zu wenig Arbeitskräfte für die Energiewende
Nürnberg – Während in der klassischen Industrie Stellen wegbrechen, fehlen in anderen Bereichen Arbeitskräfte. So hat Deutschland möglicherweise nicht ausreichend Personal, um die Energiewende zu verwirklichen. Um Erneuerbare Energien wie Windkraft und Photovoltaik weiter auszubauen, werden im Bundesgebiet bis zum Jahr 2030 rund 160 000 zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht. Das ergab eine Modellrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Für die Bekämpfung der Folgen des Klimawandels und Anpassungsmaßnahmen daran sind zusätzlich 40 000 Arbeitskräfte erforderlich.