Mogelpackung: Verbraucherschützer verklagen Milka

von Redaktion

Jahrzehntelang war eine Tafel Schokolade üblicherweise 100 Gramm schwer. Bei Milka sind es neuerdings nur noch 90. Billiger wurde es deshalb aber nicht. © Jan Woitas, dpa

Hamburg – Die lila Packung bleibt, es ist aber weniger drin: Weil Schokoladentafeln von Milka inzwischen 90 statt bisher 100 Gramm wiegen, ziehen Verbraucherschützer vor Gericht. Die Verbraucherzentrale Hamburg reichte eine Klage gegen den Hersteller Mondelez beim Landgericht Bremen ein, wie das Gericht bestätigte. Der Vorwurf: Unlauterer Wettbewerb –- aus Sicht der Verbraucherschützer handelt es sich bei der neuen Tafel um eine „Mogelpackung“.

Viele Verbraucher kauften die Schokolade von Milka seit vielen Jahren in der gewohnten Verpackung „und gehen davon aus, dass sich die Füllmenge nicht verändert hat“, meint Armin Valet, Lebensmittel-Experte bei der Verbraucherzentrale. „Doch sie werden getäuscht, weil etliche Sorten nur noch 90 Gramm zum gleichen oder gar höheren Preis enthalten.“

Aus Sicht der Verbraucherschützer ist der Unterschied zwischen den Schokoladentafeln nur im direkten Vergleich zu erkennen. Während die Verpackung und das Design den Angaben zufolge identisch sind, ist die Tafel selbst um rund einen Millimeter dünner geworden.

Ein deutlicher Hinweis auf die Reduzierung des Inhalts fehle, kritisiert die Verbraucherzentrale. Sie stehe zwar klein auf der Vorderseite der Verpackung, sei aber leicht zu übersehen und werde häufig von den Verkaufskartons im Supermarktregal verdeckt. Vor Gericht wollen sie nun einen deutlichen Hinweis auf der Packung erwirken.

Hersteller sollten nach Ansicht von Valet dazu verpflichtet werden, für mindestens sechs Monate einen Warnhinweis anzubringen. Die Packungsgröße müsse außerdem mit dem Inhalt kleiner werden, fordert Valet.

Der Hersteller Mondelez Deutschland sieht das anders. Neben dem Aufdruck vorne – den man für ausreichend hält – habe das Unternehmen die Kunden zudem in den Sozialen Medien über die Änderungen informiert. Die Erhöhung der Preise für die Kunden sei immer das letzte Mittel, teilte der Hersteller mit. Doch die Kosten für die Lieferkette und die Zutaten seien zuletzt stark gestiegen. „So haben sich beispielsweise die Kakaopreise in den letzten zwölf Monaten fast verdreifacht und ein Rekordniveau erreicht.“ Daher habe man das Gewicht der Milka-Tafeln angepasst.

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