Rückendeckung für Autobauer

von Redaktion

Volkswagen lenkt die Blicke in München mit dem neuen Elektro-Auto ID. Cross auf sich. Der Konzern will sich wieder mit kleineren Fahrzeugen profilieren. © TOBIAS SCHWARZ, afp

Die Messe gehört auch den Zulieferern. Bundeskanzler Merz besuchte auch deren Stände – hier bei ZF Friedrichshafen mit dessen Vorstandschef Holger Klein (mit Mikro), VDA-Präsidentin Hildegard Müller und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (ganz links). © API (c) Manuel Tilgner

Volkswagen-Tochter Audi präsentiert unter anderem den Q3. © CLEMENS BILAN, Epa

Opel-Konzeptstudie für die Zukunft des Corsa. © ALEXANDRA BEIER, afp

Mercedes bringt den elektrischen GLC auf den Markt. © ALEXANDRA BEIER, afp

München – Zur Eröffnung der Automesse IAA hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) der Branche Unterstützung zugesagt. „Die Bundesregierung steht an der Seite der Automobilindustrie“, sagte der Kanzler in München. Er bekannte sich dabei zu Klimaschutz und dem Ziel einer „möglichst klimaneutralen Automobilindustrie“ – es müsse aber etwa beim Umstieg zur E-Mobilität mehr Flexibilität und weniger Verbote geben.

Merz betonte den „Grundsatz der Technologieoffenheit“, um Klimaschutz „möglichst kosteneffizient zu erreichen“. Er bekräftigte auch, er werde „zu einem industriepolitischen Dialog über die Zukunft der Automobilindustrie einladen“. Deutschland solle „wieder ein Wirtschaftsstandort werden, auf den die Welt mit Bewunderung schaut“. Die Auto-Branche stehe vor großen Herausforderungen und „muss sich durchgreifend verändern“. Dafür wolle die Regierung „die richtigen politischen Rahmenbedingungen“ setzen, versicherte Merz. Der Kanzler verwies auf bereits beschlossene Maßnahmen wie den Investitionsbooster für die Industrie, die geplante Senkung der Körperschaftsteuer und Steuervorteile bei der Anschaffung betrieblicher Elektrofahrzeuge.

„Das eigene Auto ist und bleibt ein Stück Freiheit“, sagte der Kanzler weiter. Dies gelte nicht nur im ländlichen Raum, sondern auch in den Städten. Zugleich sei „die Automobilindustrie die Schlüsselindustrie für den Wohlstand unseres Landes“. Merz sprach sich für „innovative Batterieproduktion“ auch in Deutschland aus und dafür, dass „autonome Fahrzeuge auch in Deutschland im täglichen Betrieb auf die Straße kommen.“ Dabei müsse es eine angemessene Risikoabwägung geben, keine „Null-Risiko-Strategie“.

Die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, hatte zuvor mehr politische Rückendeckung für die Autobauer angemahnt. Das Angebot der deutschen Hersteller sei „international wettbewerbsfähig“, ihr Produktionsstandort sei es allerdings „immer weniger“, kritisierte sie. Nötig seien unter anderem niedrigere Energiepreise, ein Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos sowie Steuersenkungen.

In ihrer Rede zur Eröffnung der IAA, die vom VDA ausgerichtet wird, forderte Müller zudem die EU-Kommission zu einer „Kurskorrektur“ auf. So müsse bei der CO2-Flottenregulierung nachgesteuert werden, die den Herstellern Vorgaben für den CO2-Ausstoß der von ihnen verkauften Fahrzeuge macht.

Müller bekannte sich zu einem „Umbau zur CO2-neutralen Mobilität“, forderte aber wie Merz mehr Flexibilität. So sei für 2035 offen, „wie der Antriebsmix aussieht“, drang sie zumindest auf eine Lockerung der rechtlichen Vorgaben. Müller wies darauf hin, dass inzwischen 40 Prozent der in Deutschland hergestellten Autos E-Fahrzeuge sind. Diese würden aber „nicht überall auf der Welt gleich nachgefragt“, auch in Deutschland seien „die Verbraucher noch nicht ausreichend überzeugt“.

Davor hatte bereits der bayerische Ministerpräsident Markus Söder seine Forderung nach einer Abkehr vom Verbrennerverbot erneuert.

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