BMW eröffnet Ausbildungs-Campus

von Redaktion

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und BMW-Personalchefin Ilka Horstmeier (r.) vor dem neuen iX3. © Foto: Stefan Heigl

Der neue Talent Campus grenzt direkt an die Wohngebiete in der Riesenfeldstraße. © Foto: BMW

München – Moderne Holzflächen, Glas, helle Räume und ein Café, in das auch Anwohner kommen können: Im Münchner BMW-Werk eröffnete der Autobauer am Donnerstag ein Zentrum für die Aus- und Weiterbildung der 40 000 Mitarbeiter am Standort. Den sogenannten Talent Campus besuchen nicht nur die Azubis am Stammsitz, auch die ältere Belegschaft soll dort regelmäßig um- und weiterqualifiziert werden. In nächster Zeit wird sie vor allem fit für die Elektrifizierung und Digitalisierung der Autoflotte gemacht. Denn ab Sommer 2026 rollen in München die eben erst auf der Automesse IAA vorgestellten E-Autos der „Neuen Klasse“ vom Band. Dafür müssen Mitarbeiter beispielsweise in Elektro- und Hochvolttechnik geschult werden.

Die Autoindustrie steckt in einer schweren Krise: Die Konkurrenz ist groß, der Investitionsbedarf in Digitalisierung und Elektrifizierung riesig, die Gewinne brechen ein. In wichtigen Märkten wie China sind deutsche Marken unter Druck und in Europa kostet der Schwenk zur E-Mobilität Arbeitsplätze im Verbrennerbau während sich gleichzeitig E-Autos nicht so gut verkaufen wie gehofft. Bei BMW ist die Lage hingegen relativ gut, auch der Verkauf von Stromern läuft bestens. Entlassungen sind derzeit kein Thema, lediglich die Zahl der Zeitarbeiter wurde bisher etwas zurückgefahren. Entsprechend stolz sind die Münchner, dass man anders als andere Autobauer und Zulieferer nicht Jobs abbaut, sondern viel Geld in Aus- und Weiterbildung investiert, um die Belegschaft fit für die E-Mobilität zu machen. Rund eine Milliarde Euro waren es allein in den vergangenen drei Jahren

Deshalb investieren die Münchner weiter in die Belegschaft. „Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit sichern Wachstum und Arbeitsplätze“, betonte BMW-Personalchefin Ilka Horstmeier am Donnerstag bei der Eröffnung des Campus vor Azubis, Mitarbeitern, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Münchens Wirtschaftsreferent Christian Scharpf. Deshalb setze man auf gut ausgebildete Fachkräfte. „Wir investieren in diesen Standort, weil wir daran glauben, dass Deutschland die Erneuerung jetzt schafft“, so Horstmeier. Katherina Reiche ergänzte: Der Campus stelle sicher, dass „München auch in Zukunft ein Zentrum für Spitzentechnologie und wegweisende Produkte bleibt.“

Im Talent Campus wolle man nicht nur klassische Schulungen für die Qualifizierung der Mitarbeiter anbieten, man schärfe auch die sogenannten Soft Skills, heißt es beim Autobauer. Man schaffe Angebote, „bei denen kritisches Denken, die Beurteilung von Informationen, respektvolles Miteinander und eine lösungsorientierte Diskussionskultur in der Berufsausbildung gefördert werden.“

Das Areal soll für das mitten in der Stadt liegende riesige Werk außerdem ein Bindeglied zu den angrenzenden Wohngebieten werden. Dort gibt es Grünflächen und ein öffentliches Café, das auch für die Nachbarschaft geöffnet ist.

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