Als Energieträger soll Wasserstoff in neuen Gaskraftwerken Strom erzeugen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. © Jan Woitas, dpa
Berlin – In Deutschland hat 2025 der Aufbau eines überregionalen Wasserstoff-Leitungsnetzes begonnen. „Bis zum Ende des Jahres werden planmäßig die ersten 525 Kilometer Leitungen Kernnetz fertiggestellt sein“, berichtete der Branchenverband Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas) auf Anfrage. „Der Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes schreitet voran“, sagte ein Sprecher.
Für die Wasserstoff-Pipelines werden vor allem bestehende Erdgasleitungen umgestellt. Erst kürzlich wurde eine 400 Kilometer lange Leitung von der Ostsee durch Brandenburg bis nach Sachsen-Anhalt fertig. Betreiberin ist die Gascade Gastransport GmbH. In Südwestniedersachen stellte das Unternehmen Nowega im März 55 Kilometer Leitungen fertig, ebenfalls vor allem frühere Erdgasleitungen.
Den bisherigen Plänen zufolge soll das Wasserstoff-Kernnetz bis 2032 auf 9040 Kilometer anwachsen und künftig wichtige Wasserstoff-Standorte in allen Bundesländern miteinander verbinden: Häfen, Erzeugungsstandorte und Industriezentren. Die Pläne sehen vor, dass rund 60 Prozent der Leitungskilometer aus umgerüsteten Erdgasleitungen bestehen sollen. Die übrigen 40 Prozent werden neu gebaut.
Für die ersten 525 Kilometer wurden größtenteils bestehende Leitungen genutzt. 2026 sollen weitere 142 Kilometer hinzukommen. Dafür sollen vor allem frühere Erdgasleitungen verwendet werden. 2027 sehen die Planungen die Fertigstellung von 1.521 Kilometern vor. Ob die mittelfristigen Ausbaupläne so bleiben, ist noch offen. Die Planung für Projekte, die ab 2028 fertig werden sollen, kann sich noch ändern. So kann die Inbetriebnahme von bereits genehmigten Leitungen bis 2037 verschoben werden.
Wasserstoff soll im künftigen Wirtschaftssystem neben Strom aus erneuerbaren Quellen eine zentrale Rolle spielen.