RÜCKBLICK

Gold und Silber überstrahlen alles

von Redaktion

Edelmetalle erfolgreichste Anlageklasse – Achterbahnfahrt beim Bitcoin

Gold in jeder Form war heuer begehrt. Gekauft haben Privatleute, aber vor allem die große Notenbanken. © Sven Hoppe, dpa

Bei Standardaktien waren heuer rund 20 Prozent zu verdienen – bei Gold war es fast vier Mal so viel. Edelmetalle waren im vergangenen Jahr die erfolgreichste Anlageklasse. Bei Staatsanleihen, kurzfristig geparkten Geldern und bei Immobilienfonds lag die Verzinsung zwischen zwei und drei Prozent. Einen deutlichen Rückgang gab es bei den Energiepreisen und einigen Rohstoffen. Eine Achterbahnfahrt erlebten die Kryptowährungen.

Zinsen

Die Konditionen für Geldmarktkonten und Tagesgelder waren 2025 rückläufig. Je nach Bank gab es auf Sparkonten, Termingelder oder Geldmarktfonds bis zu 2,5 Prozent Zinsen. Ursache dafür war, dass die Europäische Zentralbank an der Zinsschraube drehte und den Leitzins in vier Schritten von 3,00 auf 2,00 Prozent gesenkt hat. Hauptgrund dafür waren die stabilen Inflationsdaten. Die Preise im Euroland gingen von 2,4 auf 2,2 Prozent zurück. Damit liegt die Inflation nur knapp über der vielbeachteten 2-Prozent-Marke. Der für die kurzfristige Zinsentwicklung wichtige 3-Monats-Euribor fiel 2025 von 2,7 auf 2,0 Prozent.

Die amerikanische Notenbank senkte trotz steigender Inflation den Leitzins in drei Schritten von 4,38 auf 3,63 Prozent. Grund dafür war unter anderem die Schwäche am Arbeitsmarkt. Der US-Geldmarkt war aufgrund des schwachen US-Dollars für europäische Anleger dennoch keine Alternative.

Rentenmärkte

Die fallenden Zinsen am Geldmarkt hatten keine Auswirkung auf die Rentenmärkte. Wer sein Geld in einer deutschen Staatsanleihe mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren angelegt hat, kann sich am Jahresende über eine Rendite von rund 2,85 Prozent freuen. Die Umlaufrendite (mittlere und längere Laufzeiten) pendelte zwischen 2,3 und 2,8 Prozent und der richtungweisende Bund-Future gab um knapp fünf Prozentpunkte von 133,40 auf 127,50 Punkte nach.

Bei amerikanischen Staatspapieren ließ sich zum Jahresende bei einer Laufzeit von zehn Jahren eine Rendite von rund 4,1 Prozent erzielen.

Währungen

Die Unsicherheiten rund um die Wirtschaftspolitik von Donald Trump schwächten den US-Dollar. Der Euro war damit fester und stieg um 14 Prozent von 1,04 auf 1,18 Dollar. Unter dem schwachen Dollar litten hierzulande auch Anleger in US-Aktien, amerikanischen Anleihen, Rohstoffen oder Edelmetallen. Im Vergleich zum japanischen Yen legte der Euro um zwölf Prozent zu.

Eine Kurs-Achterbahn gab es 2025 bei den Krypto-Währungen. Der Bitcoin startete mit 94 500 US-Dollar und beendete das Jahr mit einem Minus von sieben Prozent bei etwa 87 800 US-Dollar. Seinen Höchstkurs hatte der Bitcoin bei 125 000 Dollar im Oktober, der niedrigste Kurs war im April bei etwa 76 000 Dollar.

Edelmetalle

Ein Kursfeuerwerk gab es bei Edelmetallen. Eine Unze Gold (31 Gramm) kostet am Jahresende mit einem Allzeithoch von 4530 Dollar rund 75 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Hauptgründe dafür waren die US-Zollpolitik, die weltwirtschaftlichen Spannungen, aber auch eine höhere Nachfrage aus der Industrie. Dem Höhenflug des Goldpreises folgten auch die die restlichen Edelmetalle. Der Silber-Preis kletterte um 173 Prozent auf 79 Dollar je Unze. Stark nachgefragt waren auch Palladium (+ 114) und Platin (+ 170 Prozent).

Rohstoffe

Die Kurse an den Rohstoffmärkten entwickelten sich uneinheitlich. Während die Preise für Energie und einige Agrarrohstoffe gefallen sind, gab es bei den Industriemetallen zum Teil deutliche Kursgewinne.

Der Ölpreis gab 2025 um 20 Prozent auf 57 Dollar (Sorte WTI) nach und schwankte zwischen 56 und 80 US-Dollar. Etwas geringer war das Minus beim Preis für Heizöl, der um sieben Prozent nachgab. Erdgas wurde im vergangenen Jahr etwa zehn Prozent teurer.

Bei den Industriemetallen stiegen trotz konjunktureller Unsicherheiten die Preise für Zink (+ 43 Prozent), Zinn (+ 15 Prozent), Aluminium (+ 18 Prozent) und Kupfer (+ 44 Prozent).

Agrarrohstoffe entwickelten sich tendenziell schwächer. Die großen Verlierer waren Kakao (– 53 Prozent) und Orangensaft (– 60 Prozent). Weniger stark gefragt waren Milch (– 18 Prozent), Reis (– 30 Prozent) und Zucker (– 21 Prozent).

Baugeld

Die Zinsen für Baufinanzierungen sind im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Am Jahresende lag der Zins (10 Jahre Konditionsbindung) je nach Absicherung zwischen 3,3 und 4,1 Prozent. FLORIAN ÖHNBECK

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