Preissprung an den Tankstellen

von Redaktion

Aufschlag übersteigt CO2-Preis – Wirbel um Standpunkt des ADAC

Die Spritpreise sind gestiegen, weil der CO2-Preis für Heiz- und Brennstoffe wie geplant steigt. Ziel ist es, Anreize für den Umstieg auf klimafreundlichere Technologien zu setzen. © StudioS113, panthermedia

München – Die Spritpreise sind mit einem deutlichen Sprung ins neue Jahr gestartet. Am 1. Januar waren sowohl Benzin als auch Diesel deutlich teurer als Ende 2025, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt an Neujahr 1,709 Euro. Das waren 3,4 Cent mehr als am 31. Dezember. Bei Diesel ging es um vier Cent auf 1,658 Euro pro Liter nach oben. Wichtigster Treiber für den Anstieg dürfte die neue CO2-Bepreisung sein, die bis zu 3 Cent pro Liter ausmachen kann. Der Preissprung geht allerdings darüber hinaus. Das zeigt sich besonders deutlich, wenn man als Vergleichswert nicht Silvester, sondern den 29. Dezember heranzieht. Dann sind es 5,4 Cent bei E10 und sechs bei Diesel.

2025 war bereits viertteuerstes Tankjahr

Für die Spritpreise des vergangenen Jahres liegen die finalen Zahlen vor. Für E10 ergibt sich ein Durchschnittspreis von 1,688 Euro, für Diesel von 1,611 Euro. Beides sind einige Cent weniger als 2024. Es ist der dritte Jahresrückgang in Folge. 2022 – damals hatte der Beginn des Ukraine-Krieges die Preise in bisher nicht gekannte Höhen getrieben – waren es noch 1,946 Euro pro Liter Diesel und 1,86 Euro pro Liter E10. Trotz des Rückgangs 2025 sei Tanken immer noch relativ teuer, sagte der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer jüngst.

Ärger um Bekenntnis zum Klimaschutz

Derweil sorgt eine Aussage des Verkehrspräsidenten des ADAC, Gerhard Hillebrand, für mediale Aufregung. Er hatte in einem Interview gesagt: „Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen.“ Und weiter: „Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen.“ Das wurde im Folgenden so interpretiert, dass sich der ADAC für steigende Spritpreise starkmacht und damit gegen die Interessen seiner knapp 23 Millionen Mitglieder agiere. Einige Mitglieder machten ihrem Ärger in den Sozialen Medien Luft, eine mittlere vierstellige Zahl kündigte sogar. Demgegenüber stehen laut Autoclub rund 500 000 Neuzugänge im Jahr 2025. Der ADAC gegenüber unserer Zeitung: „Der ADAC ist selbstverständlich gegen eine höhere Belastung von Autofahrern. Der ADAC übt mit seinen Veröffentlichungen zu Spritpreiskosten regelmäßig und erfolgreich erheblichen Druck auf Mineralölkonzerne und Politik aus, damit Spritpreise nicht überteuert sind.“ Wichtig seien vor allem Anreize für klimafreundliche Mobilität: „Ein höherer CO2-Preis findet damit nur dann die Akzeptanz des ADAC sowie von Verbrauchern, wenn die Politik zuerst ausreichende Entlastungen und mehr Alternativen zu fossiler Energie schafft.“

Ausblick bleibt schwierig

Schwierig ist der Blick nach vorne. „Wenn die Heizsaison endet, könnte es bei Diesel wieder abwärtsgehen“, sagte Laberer. „Darüber hinaus ist aber nicht besonders viel Spielraum nach unten erkennbar, denn sinkt der Ölpreis noch weiter, würde sich Fracking häufig nicht mehr lohnen.“ Fällt diese Methode zur Ölförderung aus, sinkt das Angebot.

E10 führt weiter Nischendasein

Wer beim Sprit sparen will, sollte nach Empfehlung des ADAC versuchen, in den Abendstunden zu tanken – dann kann der Preis um gut zehn Cent niedriger sein als am Morgen, wenn typischerweise die höchsten Preise aufgerufen werden. Zudem könnten die meisten Fahrer von Benzinern zu billigerem E10 greifen. Das tut bisher aber nur gut ein Viertel. Von Januar bis Oktober machte der Treibstoff, der bis zu zehn Prozent Biosprit enthalten darf, nach Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 28,2 Prozent der Inlandsablieferungen von Benzin aus. Normales Super E5 bleibt damit die mit Abstand dominierende Benzinsorte – obwohl sie laut ADAC im Schnitt rund sechs Cent pro Liter teurer ist. „Die eher irrationale Angst, dass das Auto davon kaputtgeht, hält sich“, sagt Laberer. „Denn fast alle Autos mit Ottomotor können problemlos mit Super E10 fahren.“MAS, DPA

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