„Der Klimawandel kennt keine Pause“

von Redaktion

Der teuerste Waldbrand in der Geschichte: Rund um Los Angeles wurden Gebäude zerstört, die Brände führten zu einem Schaden von 53 Milliarden US-Dollar. © Josh Edelson, AFP

Schäden durch Hurrikan Melissa auf den Bahamas im Oktober: 2025 gab es drei Hurrikane der Stufe 5. © Ricardo Makyn, AFP

München – Es hätte deutlich Schlimmer kommen können: Drei Hurrikane der höchsten Stufe 5 entwickelten sich im vergangenen Jahr im Nordatlantik – eine Häufung derartiger Superstürme gab es zuletzt im Jahr 2005, als Hurrikan Katrina New Orleans verwüstete. Jetzt im Herbst trafen die Wirbelstürme die Karibikinseln Jamaika und Kuba, über 100 Menschen kamen ums Leben. „Das US-Festland wurde dagegen erstmals seit zehn Jahren von keinem Wirbelsturm in Hurrikanstärke getroffen“, hieß es im gestern veröffentlichten Bericht des Münchner Rückversicherers Munich Re, der die Naturkatastrophen des vergangenen Jahres analysiert hat.

Munich-Re-Vorstandsmitglied Thomas Blunck sagte: „Es war 2025 pures Glück für die USA, dass Hurrikane sie verschonten.“ Dennoch, sagte Blunck, seien die USA Spitzenreiter der Schadensstatistik. Die mit Abstand teuerste Naturkatastrophe ereignete sich 2025 direkt zu Jahresbeginn in Kalifornien: Im Großraum Los Angeles vernichteten Waldbrände ganze Siedlungen. Der Gesamtschaden betrug laut Munich Re etwa 53 Milliarden US-Dollar (45 Milliarden Euro), davon waren etwa 40 Milliarden (34 Milliarden Euro) versichert. „Es war die bislang teuerste Waldbrand-Katastrophe aller Zeiten“, heißt es im Bericht. 30 Menschen kamen ums Leben.

„2025 hatte zwei Gesichter“, sagte der Chef-Klimatologe des Münchner Dax-Konzerns, Tobias Grimm. „Eine Rekordzahl an versicherten Verlusten im ersten halben Jahr, gefolgt vom ruhigsten zweiten Halbjahr in zehn Jahren.“ 2025 zeige eindrucksvoll eine Zunahme starker Schwankungen bei den Schäden.

Insgesamt registrierte die Munich Re im vergangenen Jahr Schäden durch Naturkatastrophen in Höhe von 224 Milliarden US-Dollar (192 Milliarden Euro), davon waren etwa 108 Milliarden Dollar (93 Milliarden Euro) versichert. Das Jahr 2025 sei damit ein weiteres Jahr mit versicherten Schäden jenseits der 100-Milliarden-US-Dollar-Grenze gewesen.

Etwa 17 200 Menschen kamen 2025 bei den Naturkatastrophen weltweit ums Leben – mehr als im Vorjahr, aber weniger als im langjährigen Durchschnitt. Allein beim Erdbeben in Myanmar vor einem Jahr starben etwa 4500 Menschen.

Bei den finanziellen Schäden waren aber fast immer Wetterereignisse die Ursache: 92 Prozent der Gesamtschäden in Höhe von 224 Milliarden Dollar (192 Milliarden Euro) sind dem Bericht zufolge auf Wetterkatastrophen zurückzuführen. Fazit der Experten: „Klimawandel kennt keine Pause.“ Die Feuer in den USA, die Hurrikane in der Karibik, schwere Gewitter und Hochwasser – für den Chef-Klimatologen der Munich Re ist die Ursache naheliegend. „In einer Welt im Fieber sind extreme Wetterkatastrophen wahrscheinlicher“, sagte Grimm. 2025 sei wieder eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. „Damit waren die zwölf vergangenen Jahre die wärmsten überhaupt“, sagte er. Es gebe kein Zeichen der Entwarnung. „Der Klimawandel kann sich unter diesen Umständen weiter verschärfen.“

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