Berlin – Tausende Unternehmen berichten einer DIHK-Umfrage zufolge über Lohnerhöhungen wegen des gestiegenen Mindestlohns. Zum ersten Januar war die gesetzliche Lohnuntergrenze auf 13,90 Euro pro Stunde angehoben worden. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hatte 15 000 Betriebe nach den Auswirkungen gefragt. Ergebnis: Jedes zweite Unternehmen ist direkt oder indirekt betroffen, dabei jedes vierte direkt wegen Löhnen, die zuvor unter der Mindestlohnschwelle lagen. In der Gastronomie beschäftigt demnach jeder zweite Betrieb Angestellte zum Mindestlohn. Im Einzelhandel stiegen bei 38 Prozent die Löhne, am Bau bei 17 Prozent.
Der DGB verwies darauf, dass gerade Einzelhandel und Gastronomie seit Jahren gute Löhne per Tarif verweigerten. „Jetzt so zu tun, als brächte der höhere Mindestlohn den Untergang des Abendlandes mit sich und müsste zu Sozialeinschnitten führen, ist einfach nur schäbig“, kritisierte der DGB.