Bis zu 6000 Euro fürs E-Auto

von Redaktion

Mehr E-Autos sollen auf Deutschlands Straßen fahren. Dafür gibt es nun ein neues Förderprogramm – abgestimmt auf Familienstand und Einkommen. © Sebastian Kahnert, dpa

Berlin – Die neue Förderung für E-Autos steht – und es dauerte nur Stunden, bis die ersten Hersteller mit ihr auf Kundenfang gingen. „Liberté, Égalité, Elektroprämié“, kalauerte zum Beispiel Renault auf seiner Webseite. „E-Auto fahren wird noch günstiger.“ Und sogar der sonst so kritische Autoverband VDA lobte: „Das Förderprogramm schafft die benötigte Planungssicherheit für die Verbraucher sowie die deutsche Automobilindustrie.“ Doch was hat die Bundesregierung genau beschlossen? Und wie ordnen Experten die Prämie ein?

■ Wer wie viel bekommt

Wer ein Elektroauto kauft oder least, bekommt künftig zwischen 1500 und 6000 Euro vom Staat. Förderungen erhalten Haushalte bis zu einem Maximaleinkommen von zu versteuernden 80 000 Euro pro Jahr – beziehungsweise 90 000 Euro, sofern es sich um Familien mit zwei Kindern handelt. Die Basisförderung liegt für reine Elektroautos bei 3000 Euro. Für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60 000 Euro gibt es 4000 Euro, für Haushalte mit einem Maximal-Einkommen von 45 000 Euro 5000 Euro. Pro Kind steigt die Förderung um 500 Euro, insgesamt um höchstens 1000 Euro. Die Prämie gilt nicht nur für deutsche oder europäische Modelle, sondern für alle E-Autos, die in Deutschland zugelassen werden können – also auch von Herstellern aus China. Gebrauchtwagen werden nicht gefördert.

■ Förderung gilt bereits

Die Förderung gilt rückwirkend ab 1. Januar 2026. Wer sein Auto seither zugelassen hat, kann sie also schon erhalten. Das gilt für Kauf und Leasing von Privatwagen, nicht aber für Firmenwagen. Beantragen kann man die Prämie aber wohl erst ab Mai. Dann soll ein entsprechendes Antragsportal auf der Internetseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle freigeschaltet werden. Dort kann man alle Unterlagen hochladen: Zulassungsbescheinigung, Kaufvertrag und die letzten beiden Steuerbescheide, nach denen sich die Förderhöhe richtet. Den Förderantrag muss man spätestens ein Jahr nach der Zulassung stellen. Insgesamt drei Milliarden Euro sind für die Kaufprämie vorgesehen, was laut Ministerium für etwa 800 000 geförderte Fahrzeuge bis 2029 ausreichen soll.

■ Drei Jahre Haltedauer

Wer Geld bekommen will, muss sein Fahrzeug ab Kauf mindestens drei Jahre behalten. Das soll verhindern, dass Autos mit staatlicher Prämie gekauft und nach kurzer Zeit mit Gewinn ins Ausland weiterverkauft werden, wie das bei früheren Prämien der Fall war.

■ Prämie auch für Plug-ins

Bei Plug-in-Hybriden, die mit Strom und mit Benzin oder Diesel fahren können, liegt die Basisförderung bei 1500 Euro. Gefördert werden sie aber nur, wenn sie weniger als 60 Gramm CO2 ausstoßen oder mehr als 80 Kilometer elektrische Reichweite haben. Wie umweltfreundlich sie sind, ist allerdings umstritten und hängt stark davon ab, ob ihre Besitzer sie auch laden und elektrisch fahren – oder ob das Ladekabel nach dem Kauf verpackt im Kofferraum liegen bleibt und die Autos nur mit Sprit bewegt werden. Dann brauchen sie nämlich oft mehr Treibstoff als vergleichbare Benziner oder Diesel, weil sie schwerer sind. Umweltverbände wie Greenpeace sehen Kaufanreize für sie kritisch. Bundesumweltminister Carsten Schneider äußerte sich zu der Plug-in-Förderung distanziert und sagte, das „Arbeitsplatzargument“ habe bei diesem Kompromiss für SPD und Union eine Rolle gespielt.

■ Kritik an Subvention

Es gibt zudem Kritik daran, dass überhaupt eine Förderung aufgelegt wurde. Autoexperte Frank Schwope warnte laut „ntv“ vor Verschwendung von Steuergeldern und Mitnahmeeffekten bei Käufern, die sich ohnehin ein E-Auto kaufen wollten. Bei ihm löse die Prämie „Kopfschütteln, wenn nicht Fassungslosigkeit“ aus. Laut Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center in Bochum ist die Prämie „nicht notwendig“. Laut seiner Analyse kosteten E-Autos im Dezember 2025 im Schnitt nur noch 1340 Euro mehr als vergleichbare Verbrenner – Ende 2024 waren es noch 7321 Euro gewesen. Dudenhöffer befürchtet, dass die Hersteller die Prämie nun einfach weitestgehend auf den Preis aufschlagen könnten. Nach seiner Einschätzung wäre zum Beispiel günstigerer Ladestrom sinnvoller, um den Absatz von Elektroautos anzuschieben. MIT MATERIAL VON DPA

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