Ikea steigt ins Stromgeschäft ein

von Redaktion

München – Unter großer medialer Beachtung ist das Möbelhaus Ikea unter die Stromanbieter gegangen: Ab sofort vermitteln die Schweden neben Solaranlagen, Wärmepumpen und Ladestationen auch die Stromtarife von Svea Solar. Damit „demokratisiert Ikea die Energiewende“, wie es in einer Mitteilung heißt.

Der Grund: Es handelt sich um einen dynamischen Stromtarif. Diese Verträge bilden im Viertelstunden-Takt die Börsenstrompreise nach. Die schwanken innerhalb eines Tages enorm – ist viel Strom aus Windkraft und Sonne im Netz, können die Preise sogar negativ werden. Allerdings können sie bei hoher Nachfrage auch extrem steigen. Der Grundgedanke: Wer Strom nur verbraucht, wenn er reichlich verfügbar ist, macht einen guten Schnitt. Zudem ist dieser Strom immer relativ grün. Davon profitieren tatsächlich alle.

Der Nachteil: Für normale Haushalte lohnt sich das kaum. Ihr Verbrauch ist zu klein, um nennenswerte Summen zu sparen – gleichzeitig lassen sich Tätigkeiten wie das Kochen oft schwer verschieben.

Reizvoll ist das Konzept für Nutzer von E-Autos und Wärmepumpen: Denn sowohl der Wasserspeicher wie auch die Autobatterie erlauben es, Strom auf Vorrat zu beziehen. Mit einer Software, einem sogenannten Energiemanagement-System, wird automatisch nur dann geladen, wenn der Strom günstig ist. Wie viel Geld man dabei sparen kann, hängt vom persönlichen Nutzungsverhalten ab. Einige hundert Euro im Jahr sind aber leicht möglich.

Das Konzept ist nicht neu: Seit 2025 müssen alle Versorger dynamische Stromtarife anbieten. Das hatte die Ampel-Regierung beschlossen, um den relativ preiswerten Strom aus Wind und Sonne besser nutzbar zu machen.

Mit seinen Konditionen liegt Svea Solar im Mittelfeld. Pro Kilowattstunde schlägt die Kölner Firma Beschaffungskosten von zwei Cent auf. Die Grundgebühr liegt bei 5,95 Euro im Monat. Üblicherweise sind dynamische Tarife monatlich kündbar – wer das Experiment wagen will, verliert nicht viel. Es lohnt sich, ein Vergleichsportal zu nutzen.

Wem die reinen Börsenstrompreise zu riskant sind, der könnte sich für einen variablen Stromtarif interessieren: Das sind Angebote, bei denen etwa zu bestimmten Tageszeiten ein bestimmter, festgelegter Strompreis gilt. MAS

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