Stellenabbau: Die Pläne der Munich Re

von Redaktion

Christoph Jurecka ist neuer Vorstandschef. © Munch Re

Die Firmenzentrale der Münchener Rück (offiziell: Munich Re) an der Königinstraße in München-Schwabing. © Jens Hartmann

München – Zum Jahreswechsel hat Christoph Jurecka das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Munich Re von seinem Vorgänger Joachim Wenning übernommen. Jetzt soll Jurecka eine Fünf-Jahres-Strategie umsetzen, die er noch gemeinsam mit seinem Vorgänger erarbeitet hat. Im Dezember hatten Wenning und Jurrecka – letzterer war damals noch Finanzvorstand – die Strategie veröffentlicht.

Bekannt war, dass der Gewinn je Aktie pro Jahr um durchschnittlich mehr als acht Prozent steigen soll. Gleichzeitig sollen Kosten in Höhe von 600 Millionen Euro eingespart werden, im Zuge dessen sollen Stellen gestrichen werden – einen konkreten Plan gab es im Dezember aber nicht.

Seit seinem ersten öffentlichen Auftritt als Munich Re-Chef am Donnerstagabend in München herrscht etwas mehr Klarheit: Jurecka sagte, in der Rückversicherung sollen Stellen im Rahmen von „natürlicher Fluktuation“ abgebaut werden. Gemeint ist, dass viele Stellen nicht mehr nachbesetzt werden, sofern Mitarbeiter in Rente gehen oder aus anderen Gründen das Unternehmen verlassen.

„Wenn eine Stelle frei wird, dann überlegen wir, ob wir die Stelle nachbesetzen und wenn wir sie nachbesetzen, wo wir sie nachbesetzen – ob in München oder eben an einem anderen Standort“, sagte Jurecka. Das heißt konkret: Arbeitsplätze können auch ins Ausland verlagert werden. „Zukünftig werden wir dann ein bisschen stärker in München auch darauf schauen, ob nicht die eine oder andere Stelle entweder in Polen oder in Indien oder eben an anderen Standorten besetzt werden kann“, sagte der neue Chef des Dax-Konzerns.

Wie viele Stellen am Ende betroffen sein könnten, bleibt aber weiterhin unklar. Jurecka verwies lediglich darauf, dass die jährliche Fluktuationsrate – also der Anteil der Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen – im gesamten Konzern bei rund zehn Prozent liege.

Bei der Erstversicherungstochter Ergo soll die natürliche Fluktuation „primär“ zum Stellenabbau genutzt werden, sagte Jurecka. Das heißt, dort könnten Stellen zusätzlich auch auf anderem Weg abgebaut werden, da es bei der Ergo mehr Möglichkeiten gebe, Potenzial durch Künstliche Intelligenz zu heben. „Aber die Idee ist natürlich Freiwilligkeit, sodass auch bei der Ergo niemand Angst haben muss, seinen Job zu verlieren.“

Jurecka versprach, als Munich Re-Chef alles daran zu setzen, dass das Unternehmen da bleibe, wo es aktuell stehe. „Wir sind an der Weltspitze – da gehören wir hin“, sagte er. Der Kern der Strategie sei daher ein Ausbau dieser Position als Erst-, Spezial und Rückversicherer „im großen Maßstab“ über all diese Sparten hinweg.

Artikel 4 von 11