Deutsche Bank: Razzia trübt Freude über Rekordjahr

von Redaktion

Frankfurt – Die Deutsche Bank will sich ihre Rekordbilanz 2025 nicht von erneuten Ermittlungen wegen Geldwäscheverdachts verderben lassen. „Wir wissen, wo wir hin wollen, und von diesem Weg werden wir uns nicht abbringen lassen“, betonte Konzernchef Christian Sewing in einem Schreiben an die Belegschaft. Der Manager sieht Deutschlands größtes Geldhaus „auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, der europäische Champion zu werden“.

Mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern erzielte der Frankfurter Dax-Konzern im vergangenen Jahr das höchste Vorsteuerergebnis seiner Geschichte. Unter dem Strich standen 6,1 Milliarden Euro Überschuss. Deutlich höhere Erträge und weitere Einsparungen sollen die Eigenkapitalrendite bis zum Jahr 2028 auf mehr als 13 Prozent hieven. Den für 2025 angepeilten Wert von über 10 Prozent hat die Bank mit 10,3 Prozent erreicht.

Getrübt wird der Geschäftserfolg durch die erneuten Ermittlungen gegen nicht näher benannte Verantwortliche und Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden: Ermittler durchsuchten auf der Suche nach Beweisen die Zentrale der Deutschen Bank in der Frankfurter City sowie Geschäftsräume in Berlin.

Nach Angaben der federführenden Frankfurter Staatsanwaltschaft betrifft der Fall frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.

„Nach den Informationen, die uns vorliegen, geht es um Transaktionen aus den Jahren 2013 bis 2018. Ausgangspunkt ist eine vorgeblich zu spät abgegebene Geldwäscheverdachtsanzeige“, sagte Sewing. „Und auf dieser Basis prüft die Staatsanwaltschaft, ob es Anhaltspunkte für mögliche Geldwäsche gibt.“

Sewing versicherte: „Selbstverständlich arbeiten wir vollumfänglich mit den Behörden zusammen.“ Wie inoffiziell zu erfahren war, geht es um Geschäfte im verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Dieser steht seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU. Vorwürfe, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen, haben der Deutschen Bank schon mehrfach Ärger mit Justiz und Aufsicht eingebrockt. Sewing betonte, die Bank habe in den vergangenen zehn Jahren „enorm“ in ihre Kontrollen investiert.

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