München – Die Aktien der Baywa sind am Dienstag zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent abgestürzt. Am Nachmittag pendelte sich das Minus bei rund acht Prozent ein. Hintergrund ist eine Pflichtmittelung des Konzerns für die Börse, die am Montag Abend veröffentlicht wurde. Dort hatte die Baywa gemeldet, dass sie wegen Problemen mit der Ökostrom-Tochter Baywa r.e. möglicherweise Ziele im Sanierungsgutachten nicht erreichen könnte.
Konkret geht es um US-Wind- und Solarparks der Baywa r.e., die seit dem Amtsantritt Donald Trumps Förderungen gestrichen bekommen haben und damit den Wert der Baywa r.e. drücken. Ursprünglich wollte die Baywa die Tochter laut Sanierungsgutachten im Jahr 2028 für 1,8 Milliarden Euro verkaufen, um Schulden abzubauen. Der Betrag könnte aber zu hoch angesetzt sein. Nun werde das Gutachten „vorsorglich“ nachverhandelt, so die Baywa. Auch den Geschäftsbericht für das Jahr 2025 könnte die Baywa später als geplant vorlegen.
Die Baywa schlitterte nach einem riskanten und schuldenfinanzierten Expansionskurs im Sommer 2024 haarscharf an der Pleite vorbei und steckt nun mitten in der Sanierung. Die Aktie verlor in den letzten zwölf Monaten insgesamt rund 70 Prozent an Wert, in den vergangenen drei Jahren waren es sogar mehr als 90 Prozent. HÖSS