Bund strafft Förderprogramme für Wohnungsbau

von Redaktion

Gefördert werden Neubau und Sanierung – in zwei Programmen. Details sind noch unklar. © Kai Remmers, dpa

Berlin – Ein Programm für Familien, eins für die Sanierung alter Häuser, für Klimaschutz, für Genossenschaften, alle mit unterschiedlichen Förderbedingungen: Wer für sein Eigenheim Hilfe vom Staat möchte, muss sich bisher durch eine Vielzahl an Programmen wühlen. Das soll jetzt deutlich einfacher werden. Die Förderung von Wohngebäuden soll noch in diesem Jahr auf zwei Programme verschlankt werden, eins für Neubau und eins für Bestand beziehungsweise Modernisierung.

Besserer Überblick, weniger Bürokratie, verlässliche Finanzierung: Das soll mehr Menschen dazu bewegen, ihren Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung wahrzumachen – und vor allem längst geplante Projekte auch wirklich umzusetzen.

Denn der Wohnungsbau steckte jahrelang in einer Krise. 400 000 neue Wohnungen pro Jahr hatte die Ampel-Regierung unter Kanzler Olaf Scholz versprochen. Doch hohe Zinsen und Baukosten sowie zähe Genehmigungen führten dazu, dass das Ziel immer wieder spektakulär verfehlt wurde. 251 900 Wohnungen wurden 2024 fertiggestellt, so wenig wie seit 2015 nicht.

Im vergangenen Jahr hat der Bund über seine Förderbank KfW mehr als 64 500 Wohnungen gefördert. Kern der Programme sind zinsverbilligte Kredite. Die Bedingungen wurden in den letzten Monaten mehrfach nachgebessert, wohl auch, weil die Programme noch nicht so gut ankamen wie gewünscht.

Seit einigen Wochen liegt der Förderschwerpunkt aber anderswo: Bei Wohnungen und Häusern, die vor Jahren geplant wurden, deren Baupläne aber in der Schublade verstauben. Im Ministerium spricht man von einem hohen „Bauüberhang“. Mitte Dezember wurde deshalb eine vor Jahren eingestampfte Förderung mit etwas anderen Bedingungen wieder reaktiviert: das Programm für Effizienzhäuser mit dem Standard EH55. Das sind Gebäude, die 55 Prozent der Energie verbrauchen, die ein Standardhaus benötigt.

Auf den EH55-Häusern soll laut KfW auch weiterhin ein Fokus liegen. In den kommenden Monaten laufen laut Bauministerium erst einmal sechs bewährte Förderprogramme für unterschiedliche Zielgruppen weiter. Im Laufe des Jahres soll dann umgestellt werden.

Über die künftig zwei Säulen der staatlichen Wohnungsbau-Förderung ist allerdings noch wenig bekannt. „Jedes dieser Programme ermöglicht weiterhin individuelle und flexible Lösungen“, versichert KfW-Chef Stefan Wintels.

Doch gibt es mehr oder weniger Geld? Wie wichtig ist künftig der Klimaschutz? Und welche Bedingungen gibt es für zinsverbilligte Kredite? Fest steht bisher lediglich, dass es ein Programm für den Neubau geben soll und eins für den Bestand bzw. die Modernisierung.

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