Osram-Sparte soll Infineon stärken

von Redaktion

Infineon-Chef Jochen Hanebeck. © Peter Kneffel, dpa

Neubiberg – Infineon schlägt sich wacker in einem ansonsten eher verhaltenen Marktumfeld. Im ersten Geschäftsquartal konnte der Dax-Konzern Umsatz und Gewinn steigern. Die „sehr dynamische Nachfrage bei KI“ habe Infineon Rückenwind gegeben, sagte Konzernchef Jochen Hanebeck. Er will nun schneller als ursprünglich geplant in diesen Bereich investieren. Auch der Umsatz soll dort sehr schnell wachsen.

Viel verspricht sich Infineon auch von der Übernahme eines Teils von Osram. „Das erworbene Geschäft passt strategisch perfekt zu Infineon und ergänzt unser starkes Angebot im Analog- und Sensor-Bereich“, sagte Konzernchef Jochen Hanebeck. Der Kaufpreis für das Sensorgeschäft von Osram beträgt rund 570 Millionen Euro. Infineon erwartet dadurch einen zusätzlichen Umsatz von rund 230 Millionen Euro im Jahr 2026. Konkret geht es um das nichtoptische Automotive-, Industrie- und Medizinsensorgeschäft von Osram. Produktionsstätten sind von dem Deal nicht betroffen, allerdings wechseln rund 230 Mitarbeiter zu Infineon.

Unter dem Strich verdiente Infineon im ersten Quartal seines Geschäftsjahres, das im Oktober startete, 256 Millionen Euro. Das waren 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Umsätze stiegen im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 3,66 Milliarden Euro. Die positive Entwicklung wurde dabei aber nicht nur vom Bereich Power & Sensor Systems getrieben, sondern auch von einer Erholung im Automobilbereich, der größten Sparte des Unternehmens. Der schwache US-Dollar drückte dagegen aufs Geschäft. Ohne ihn wäre der Umsatz laut Hanebeck doppelt so stark gestiegen.

Die Investitionen sollen als Reaktion auf die dynamische Nachfrage im KI-Bereich im laufenden Geschäftsjahr um rund eine halbe Milliarde höher ausfallen als ursprünglich geplant und bei 2,7 Milliarden Euro liegen. „Ein großer Teil davon entfällt auf einen schnelleren Hochlauf unserer neuen Smart Power Fab in Dresden, die wir bereits im Sommer eröffnen – genau zum richtigen Zeitpunkt!“, sagte Hanebeck. Im laufenden Geschäftsjahr will das Unternehmen mit Produkten für KI 1,5 Milliarden Euro Umsatz machen, 2027 sollen es schon 2,5 Milliarden Euro werden.

Im laufenden Jahr erwartet Infineon moderat steigende Umsätze. Der wichtige Automobilbereich werde aber schwächer zulegen. Hier bremse eine verhaltene Nachfrage im Bereich Elektromobilität. Der Bereich Power & Sensor Systems, zu dem auch die Stromversorgung von Rechenzentren gehört, werde dagegen deutlich schneller als der Konzerndurchschnitt wachsen.

Die Prognose geht allerdings von einem Wechselkurs von 1,15 US-Dollar zum Euro aus. Ein schwächerer Dollar belastet die Geschäfte von Infineon typischerweise. Als grobe Faustregel gilt laut Finanzchef Sven Schneider, dass ein um einen Cent schwächerer Dollar pro Quartal rund 25 Millionen Euro Umsatz kostet und mit rund zehn Millionen aufs Ergebnis drückt. DPA

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