EZB nimmt Dollar-Schwäche gelassen

von Redaktion

Frankfurt – Die Europäische Zentralbank (EZB) tastet die Leitzinsen auch im neuen Jahr zunächst nicht an. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent, wie die Notenbank mitteilte.

Seit nunmehr fünf Sitzungen in Folge hat der EZB-Rat die Leitzinsen unverändert gelassen. Bis Juni hatte es eine Serie von Senkungen gegeben: Noch im Frühjahr 2024 lag der Einlagenzins, den Banken erhalten, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, doppelt so hoch bei 4,0 Prozent.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigte: „Wir sind in einer guten Lage und die Inflation ist in einer guten Lage.“ Die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar kommentierte die Französin betont gelassen: Der Eurokurs sei seit März 2025 gestiegen, dies sei in den Szenarien der EZB eingepreist.

Das Erstarken des Euro belastet Europas Exporteure, nicht zuletzt deutsche Firmen, da ihre Waren auf den Weltmärkten teurer werden. Zugleich verbilligt der starke Euro Importe, die in Dollar gehandelt werden. Das dämpft die Inflation, die 2026 das mittelfristige EZB-Ziel von 2,0 Prozent ohnehin leicht unterschreiten könnte. Lagarde versicherte: „Wir behalten die Wechselkurse stets genau im Auge.“ Ein spezielles Wechselkursziel hat die Notenbank nicht.

Die EZB hat gute Gründe abzuwarten. Die Inflation, die nach Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine 2022 nach oben geschnellt war, ist eingedämmt. Und der Wirtschaft tun niedrigere Leitzinsen gut: Kredite für Firmen und Verbraucher werden tendenziell günstiger, was bei größeren Anschaffungen helfen und das Wachstum anschieben kann.

Im Januar ging die Teuerungsrate im Euroraum zurück und erreichte einer ersten Eurostat-Schätzung zufolge mit 1,7 Prozent den tiefsten Stand seit September 2024. Die EZB strebt stabile Preise für den Währungsraum bei mittelfristig 2,0 Prozent Inflation an.

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