München – Einige Gasspeicher in Bayern sind aktuell noch leerer als der deutsche Durchschnitt: So ist der Speicher Wolfersberg noch zu sechs Prozent gefüllt, Breitbrunn zu 14 Prozent. Andere Anlagen sind voller. Zum Vergleich: Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 26 Prozent. Doch warum wird so viel weniger gespeichert als im Vorjahr? „Normalerweise speichern die Händler billiges Sommergas bei uns ein, um es im Winter teurer zu verkaufen“, erklärt Thomas Rupprich, Geschäftsführer der Bayernugs GmbH, die den Speicher Wolfersberg betreibt. „Die Preisunterschiede zwischen Sommer und Winter waren 2025 aber so gering, dass kein Händler unsere Kapazitäten für ein kostendeckendes Entgelt buchen wollte.“ Das bedeutet: Die Versorgung durch Importe ist derzeit so gut, dass sich speichern kaum lohnt. Für 2026 erwartet Rupprich keine Veränderung – und hat beantragt, Wolfersberg stilllegen zu dürfen. Auch die Bundesnetzagentur, die seinen Antrag gerade prüft, gibt Entwarnung: „Wir sehen aktuell an den Marktpreisen, dass es keine Knappheit gibt“, so ein Sprecher. Derzeit kostet Gas in Europa 32 Euro pro Megawattstunde. Als Russland 2022 die Gaslieferungen eingestellt hatte, waren es über 300. Zudem gäbe es keine Füllpflicht. „Die Speicherbetreiber haben keinen Einfluss auf ihre Füllstände. Am Markt werden keine signifikant steigenden Gaspreise erwartet, deshalb buchen die Händler weniger Kapazitäten.“ In Notsituationen – zuletzt im Krisenwinter 2022/23 – kann das Bundeswirtschaftsministerium aber entsprechende Käufe anordnen. Obwohl die Lage gut ist, warnen Experten: Treffen auf die leeren Speicher Ende Februar noch einmal kalte Temperaturen, sind auch 40 Euro pro Megawattstunde möglich.MATTHIAS SCHNEIDER