Kommission berät über Rente mit 70

von Redaktion

„Großzügige finanzielle Belohnung“ geplant – Ruhestand mit 63 soll nicht mehr möglich sein

Berlin – Die Rentenkommission der Bundesregierung will offenbar auch über eine Ausweitung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre beraten. Beim nächsten Treffen des 13-köpfigen Expertengremiums am 23. Februar soll diskutiert werden, wie eine mögliche Ausweitung erfolgen könnte, berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Kommissionskreise.

■ Abschläge unter 70

Bei der Beratung der sogenannten Alterssicherungskommission wird es auch um die Frage gehen, wie hoch die Abschläge bei einem Renteneintritt vor dem 70. Lebensjahr ausfallen könnten. Zugleich wollen die Experten prüfen, wie ein längeres Arbeiten auch über das 70. Lebensjahr hinaus attraktiver gestaltet werden kann. Laut „Bild“ ist eine „sehr großzügige“ finanzielle Belohnung für einen späteren Renteneintritt im Gespräch. Eine Empfehlung könnte bereits im Frühjahr – und nicht erst wie geplant im Sommer – vorliegen.

■ Beamte

Der Zeitung zufolge soll in der Kommission ebenso darüber diskutiert werden, ob künftig auch Beamte und Politiker verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen. Allerdings ist den Experten bewusst, dass zusätzliche Beitragszahler das Grundproblem, wonach es immer mehr Ruheständler und immer weniger Beitragszahler gibt, mittelfristig nicht lösen können.

■ Rente und Inflation

Der JU-Vorsitzende Johannes Winkel (CDU) sprach sich in der Zeitung dafür aus, Rentenerhöhungen künftig nicht mehr an die Lohnentwicklung zu koppeln. Stattdessen sollten sie sich seiner Ansicht nach an der Inflation orientieren. Nach Berechnungen des IWF könnten so jährlich bis zu 45 Milliarden Euro eingespart werden, so Winkel. Der SPD warf er vor, den demografischen Wandel zu ignorieren.

Bundessozialministerin und SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas hatte zuvor erklärt, sie wolle eine grundlegende Reform des Rentensystems. Mit Blick auf die jüngst eingesetzte Rentenkommission sagte Bas dem „Stern“: „Ich erwarte, dass sie einen mutigen Vorschlag macht und nicht nur mit alten Kamellen kommt.“ Es könne nicht nur darum gehen, „bis 70 zu arbeiten und die Frühverrentung wegzuhauen“, sagte die SPD-Chefin. „Ich will eine Strukturreform bei der Rente. Da braucht es wirklich Mut.“

Die Rentenkommission hat 13 Mitglieder aus mehreren Generationen, sie soll überlegen, wie die Rente in Zukunft aussehen soll. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zum Jahresausklang gesagt, die gesetzliche Rente werde eine „Basisabsicherung“ bleiben, dazu müsse aber sehr viel stärker die private und betriebliche Altersversorgung gehören.MM, DPA

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