Brüssel – Die EU-Kommission hat unter anderem wegen des Verkaufs kinderpornographischer Sexpuppen Ermittlungen gegen den asiatischen Onlinehändler Shein eingeleitet. Die Untersuchungen betreffen zudem den Verkauf weiterer illegaler Produkte, die „süchtig machende Gestaltung“ des Onlinedienstes sowie die mangelnde Transparenz bei den Produktempfehlungen, wie die Kommission am Dienstag mitteilte. Die in China gegründete Plattform Shein ist einer der umsatzstärksten Bekleidungshändler Deutschlands.
Shein war im November in Frankreich wegen des Verkaufs von Sexpuppen mit kindlichen Zügen massiv unter Druck geraten. Die Ermittlungen der französischen Justiz gegen Shein wegen des Verkaufs kinderpornographischer Produkte laufen noch. Ein Gericht in Paris lehnte allerdings eine Sperre der Plattform ab, nachdem Shein die illegalen Waren von seiner Seite entfernt hatte.
Es sind die ersten Ermittlungen der EU-Kommission im Rahmen des EU-Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) gegen Shein. Mit dem Gesetz nimmt die EU große Internetplattformen in die Pflicht, verbotene Inhalte zu löschen. Dazu gehören sexualisierte Bilder, Kinderpornografie, Morddrohungen und Nazi-Symbole, die im Internet ebenso verboten sind wie auf der Straße.AFP