Airbus bereit für eigenen Kampfjet

von Redaktion

Toulouse – Angesichts der wachsenden Zweifel am deutsch-französischen Luftkampfprojekt FCAS hat der Airbus-Konzern seine Bereitschaft erklärt, einen eigenen Kampfjet zu entwickeln. „Wenn unsere Kunden es verlangen, würden wir eine Zwei-Faktor-Lösung unterstützen, und wir verpflichten uns, eine führende Rolle zu spielen“, sagte Airbus-Chef Guillaume Faury.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das 100-Milliarden-Euro-Projekt am Mittwoch erstmals offen in Frage gestellt und auf die unterschiedlichen Anforderungen an einen Kampfjet der neuen Generation in Frankreich und Deutschland verwiesen. Während Frankreich einen Kampfjet braucht, der auf einem Flugzeugträger landen und Atomwaffen transportieren kann, benötigt die deutsche Luftwaffe eher ein schnelles Jagdflugzeug. Airbus vertritt bei dem Rüstungsvorhaben Deutschland und Spanien, während das Unternehmen Dassault die französische Seite repräsentiert.

Der weltgrößte Flugzeugbauer will im laufenden Jahr so viele Jets an seine Kunden übergeben wie nie zuvor. Nach dem schwierigen Produktionsausbau der vergangenen Jahre plant Vorstandschef Guillaume Faury nun die Auslieferung von rund 870 Verkehrsflugzeugen, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Toulouse mitteilte. Damit würde er seinen Rekord von 863 Jets aus dem Jahr 2019 übertreffen, den er seit der Corona-Krise nicht annähernd wieder erreicht hatte.

Im vergangenen Jahr steigerte Airbus den Umsatz um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Überschuss von rund 5,2 Milliarden Euro, fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Mit den Gewinnzahlen übertraf der Konzern die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. DPA, AFP

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