München – Nach dem skandalumwitterten Rücktritt des IHK-Präsidenten Klaus Josef Lutz startet nun die offizielle Suche nach einem neuen IHK-Chef. 181 Bewerber kandidieren für einen der bis zu 104 Sitze in der Vollversammlung der IHK für München und Oberbayern, der größten deutschen IHK. Von 9. April bis 11. Mai können 417 000 Unternehmen im Freistaat ihre Stimmen für die Bewerber abgeben. Aus der Vollversammlung wird dann der neue IHK-Präsident und Lutz-Nachfolger gewählt. Parallel laufen die Wahlen für die Regionalparlamente. Hier gibt es 563 Kandidaten für 350 Sitze, wie die IHK am Mittwoch mitteilte.
Die IHK-Wahlen waren ohnehin für 2026 geplant, sind nun aber umso dringender nötig geworden: Im Januar musste der umstrittene IHK-Präsident und ehemalige Baywa-Chef Klaus Josef Lutz zurücktreten. Unmittelbar zuvor waren seine Privaträume durchsucht worden, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue in Zusammenhang mit der Baywa gegen ihn. Seither vertritt der Wiesnwirt Peter Inselkammer Lutz als IHK-Präsident. Der Wirt des Ambrustschützenzeltes war bereits zuvor Mitglied des zwölfköpfigen IHK-Präsidiums.
Während Lutz wie im Januar angekündigt nicht mehr für die IHK-Vollversammlung und damit für das Amt des IHK-Präsidents antritt, hat sein kommissarischer Vertreter Inselkammer seine Bewerbung für die Vollversammlung abgegeben. Ob Inselkammer auch IHK-Präsident werden will, ist aber offen. Bisher hat er sich nicht öffentlich dazu geäußert. Mit Ausnahme von Florian Schardt treten elf der zwölf Präsidiumsmitglieder erneut an. Darunter sind beispielsweise Ingrid Obermeier-Osl, Georg Dettendorfer oder Otto Heinz, der im Moment einflussreicher Sprecher der Regionalausschüsse ist. Auch die Unternehmensberaterin Günes Seyfahrt tritt erneut an. Sie war bei der letzten IHK-Wahl 2021 die erfolgreichste der vier Personen, die mit Lutz um das Amt des IHK-Präsidenten kandidierten und erhielt 23 Stimmen. Lutz bekam damals 49 Stimmen.HÖSS