In der Münchner Königinstraße ist von einem „super-starken“ Geschäftsjahr die Rede. Grund waren gute Ergebnisse in der Schaden- und Unfallversicherung. © Alexander Pohl, Imago
München – Für den Münchner Versicherer Allianz war es ein Rekordjahr – mal wieder: Unterm Strich verdiente der Dax-Konzern noch einmal mehr als im Vorjahr. Der bereinigte Jahresüberschuss der Anteilseigner stieg um 10,9 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Das Geschäftsvolumen – das sind die eingenommenen Versicherungsprämien und Fondserträge – steigt um 8,1 Prozent auf 186,9 Milliarden Euro.
Allianz-Chef Oliver Bäte sprach von einem „super-starken“ Finanzergebnis. „Wir erfüllen alle unsere Ziele.“ Der operative Gewinn stieg um 8,4 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro. Bäte betonte, auch in einem „sich schnell ändernden und zunehmend polarisierten Umfeld“ sei die Allianz in der Lage, zuverlässig ihre Versprechen zu erfüllen.
Bäte nannte mehrere Gründe für den hohen Gewinn. In der Schaden- und Unfallversicherung stieg der operative Gewinn um 13,9 Prozent auf knapp neun Milliarden Euro – das ist rund die Hälfte des gesamten operativen Ergebnisses. Selbst im umkämpften deutschen Kfz-Versicherungsgeschäft – Marktführer ist hier seit Jahren die Huk Coburg – sieht Bäte Potenzial. Im vergangenen Jahr sei die Zahl neuer Kunden um zwölf Prozent gestiegen, sagte Bäte und ergänzte: „Wir sind noch nicht fertig.“
Gleichzeitig hatte die Allianz im vergangenen Jahr auch Glück: Die Schäden durch Naturkatastrophen weltweit waren mit 1,1 Milliarden Euro vergleichsweise gering.
In der zweiten wichtigen Sparte des Konzerns, der Lebens- und Krankenversicherung, war das Gewinnwachstum geringer: Der operative Gewinn stieg lediglich um 1,7 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro.
In der Vermögensverwaltung stieg der operative Gewinn um drei Prozent auf 3,3 Milliarden Euro – dank Rückenwind von den Finanzmärkten.
Die Aktionäre sollen am Rekordgewinn teilhaben: Der Vorstand um Bäte schlägt eine Dividende in Höhe von 17,10 Euro je Aktie vor, elf Prozent mehr als 2024.
Bereits am Mittwochabend hatte die Allianz zudem bekannt gegeben, Aktien im Volumen von bis zu 2,5 Milliarden Euro zurückkaufen zu wollen. Das Programm soll demnach im März 2026 starten und spätestens bis 31. Dezember 2026 abgeschlossen sein. Die Aktien sollen eingezogen werden. Langfristig stärkt ein Aktienrückkauf in der Regel den Aktienkurs, da sich die Zahl der handelbaren Papiere verknappt. Kurzfristig zeigte sich an der Börse gestern aber ein anderes Bild: Am Vormittag verloren Papiere der Allianz zeitweise zwei Prozent an Wert, offenbar hatten Anleger noch bessere Ergebnisse erwartet. Im Laufe des Tages stabilisierte sich aber der Kurs wieder.
Die verhaltene Reaktion an der Börse dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Allianz im laufenden Jahr keine großen Sprünge erwartet: Der Konzern peilt für 2026 ein operatives Ergebnis in Höhe von 17,4 Milliarden Euro an, plus/minus eine Milliarde. Das entspricht praktisch dem Ergebnis von 2025. Damit ist auch möglich, dass die Rekord-Serie in diesem Jahr abreißt.