Neuer Munich-Re-Chef startet mit Rekordergebnis

von Redaktion

München – Im vergangenen Jahr war Christoph Jurecka noch Finanzvorstand der Munich Re, gestern präsentierte er als neuer Chef des weltgrößten Rückversicherers die Bilanz für 2025. Seine Kernbotschaft: Mit 6,1 Milliarden Euro hat die Munich Re nicht nur ein neues Rekordergebnis erzielt, immerhin acht Prozent mehr als im Vorjahr, sie hat damit auch ihr Gewinnziel zum fünften Mal in Folge erreicht. Das Geschäft sei profitabel, sagte Jurecka, die Munich Re funktioniere „wie ein Uhrwerk“. Für das laufende Jahr peilt Jurecka einen Gewinn von 6,3 Milliarden Euro an – das wäre der nächste Rekord. Im vergangenen Jahr hätte es allerdings auch anders kommen können – ob besser oder schlechter, das lässt sich eindeutig nicht sagen.

Der Gewinn wäre womöglich noch üppiger ausgefallen, hätte sich die Dollar-Schwäche nicht negativ auf das Kapitalanlageergebnis durchgeschlagen. Versicherer und Rückversicherer halten traditionell milliardenschwere Kapitalreserven vor, um den Versicherten für den Fall der Fälle ihre Ansprüche zu garantieren. Zwar erhöhte sich das Kapitalanlageergebnis im vergangenen Jahr auf 7,5 Milliarden Euro (nach 7,2 Milliarden Euro im Vorjahr), das Währungsergebnis fiel wegen der Dollar-Schwäche aber auf minus 1,4 Milliarden Euro von plus 0,4 Milliarden im Vorjahr. Gleichzeitig hatte die Munich Re auch Glück: Das Geschäftsfeld Rückversicherung steuerte 5,2 Milliarden Euro zum Konzernergebnis bei – nach 4,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Zufall spielte hier eine entscheidende Rolle: In der Hurrikan-Saison 2025 bildeten sich über dem Atlantik gleich drei Stürme der höchsten Kategorie 5, mit „Melissa“ wurde sogar einer der stärksten Hurrikans seit Beginn der Aufzeichnungen registriert. Auf Karibikinseln wie Jamaika führte das zu verheerenden Verwüstungen und Toten, allerdings trafen die Stürme nicht auf das stark versicherte US-Festland – für die Munich Re blieb der Schaden durch „Melissa“ damit moderat. Zwar schlugen die Waldbrände in Los Angeles vor gut einem Jahr kräftig zu Buche, insgesamt sanken die Belastungen durch Großschäden aus Naturkatastrophen aber deutlich auf 0,9 Milliarden Euro nach 1,9 Milliarden Euro im Jahr zuvor.

Munich-Re-Chef Jurecka sieht das Auf und Ab in den Konzernbereichen gelassen. „Die Schönheit unseres Geschäftsmodells ist die, dass wir breit diversifiziert aufgestellt sind“, sagte er. Gemeint ist damit auch die Tochtergesellschaft Ergo aus Düsseldorf: Der Versicherer hatte ebenfalls Anteil am Rekordgewinn, die Ergo steigerte ihr Ergebnis von 0,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf 0,9 Milliarden.S. HÖLZLE

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