Klimaziele in weiter Ferne

von Redaktion

München – Das einst von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündete Ziel eines klimaneutralen Bayern im Jahr 2040 liegt nach wie vor in weiter Ferne. Im mittlerweile 14. Jahresgutachten des Basler Prognos-Instituts für die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) stellen die Ökonomen unverändert sowohl dem Bund als auch der bayerischen Staatsregierung mäßige bis schlechte Bewertungen aus. Demnach ist – gemessen an den Klimazielen – der Ausbau sowohl der Stromnetze als auch der Erneuerbaren Energien nach wie vor zu langsam.

Die vbw forderte höheres Tempo. „Von München erwarten wir uns vor allem mehr Rückenwind beim Thema Windenergie“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt an die Adresse Söders und seines Kabinetts. Positiv bewertete Brossardt, dass der Netzausbau mittlerweile etwas weniger langsam voranschreitet: „Nicht gerade schnell, doch Schrittgeschwindigkeit ist besser als Stillstand.“

Söder hatte 2021 angekündigt, dass Bayern bis 2040 klimaneutral werden solle – noch fünf Jahre früher als das zuvor vom Bund noch unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgegebene Zieldatum 2045. Mittlerweile hat die Staatsregierung angekündigt, ihr Klimaziel auf 2045 verschieben zu wollen. Gesetzlich verankert ist das bisher allerdings nicht.

Zum Ausbau der Stromnetze sagte Prognos-Forscher Sven Kreidelmeyer: „Wir sind dort immer noch viel zu langsam und müssen noch die Verzögerung der Vergangenheit aufholen.“ Das bezieht sich unter anderem darauf, dass der Bau der beiden großen Stromtrassen Südlink und Südostlink Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurückliegt.DPA

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