Sparkassen vergeben wieder mehr Kredite

von Redaktion

München – Trotz Wirtschaftskrise haben Bayerns Sparkassen wieder deutlich mehr Kredite vergeben. Nach einen Einbruch im Jahr 2023 um ein Drittel und einer nur leichten Erholung im Folgejahr sagten die Institute im Freistaat 2025 wieder 21,6 Prozent mehr neue Kredite zu. Besonders hoch war die Nachfrage mit einem Plus von 26,2 Prozent bei Privatpersonen, Unternehmen schlossen 17 Prozent mehr Kredite ab, die Zahl der neuen Immobilienkredite stieg um 27,2 Prozent. Insgesamt wuchs der Kreditbestand bei bayerischen Sparkassen damit um 1,9 Prozent auf 175 Milliarden Euro. Das teilte der Sparkassenverband Bayern am Mittwoch in München mit.

Der Verband nutzte seine Bilanz-Pressekonferenz, um erneut für Wero zu werben. Wero sei „die richtige Antwort auf außereuropäische Zahlungsdienste“ wie Paypal, Google Pay oder Apple Pay und „schon da“, sagte Matthias Dießl, Präsident des Sparkassenverbands Bayern. Der 2024 gestartete Dienst werde immer beliebter. In Deutschland gebe es bereits 6,7 Millionen Nutzer, in Europa 51,6 Millionen. „Wichtig ist jetzt, dass viele Banken, der Handel und die Europäer einsteigen“, betonte Dießl angesichts der derzeitigen digitalen Abhängigkeit Europas von den USA. „Wann, wenn nicht jetzt, wäre der richtige Zeitpunkt?“

Nach vorläufigen Berechnungen lag der Gewinn der Sparkassen in Bayern nach Steuern bei 557 Millionen Euro und damit höher als 2024. Angesichts der vielen Insolvenzen – 2025 gab es so viele Pleiten wie seit 20 Jahren nicht mehr – steigerten die Sparkassen jedoch ihre Rückstellungen für faule Kredite auf 315 Millionen Euro. Die Einlagen bei den Banken wuchsen um drei Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Rechnerisch hatte damit jeder Sparkassen-Kunde Ende des vergangenen Jahres 660 Euro mehr auf dem Konto als zu Jahresbeginn.HÖSS

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