Spritpreis steigt immer weiter – was tun?

von Redaktion

München – Die Spritpreise steigen immer weiter: Einen Tag nach Dieselkraftstoff hat auch die günstigste gängige Benzinsorte Super E10 die Marke von zwei Euro pro Liter im bundesweiten Durchschnitt überschritten. In der Preisspitze am Morgen kostete sie 2,003 Euro, wie der ADAC mitteilte. Auch Diesel verteuert sich weiter: Am Morgen erreichte der Kraftstoff im bundesweiten Durchschnitt 2,086. Diesel ist normalerweise billiger als E10, weil er deutlich niedriger besteuert wird. Sein Preis ist aber krisenanfälliger, auch in der Anfangsphase des Ukraine-Krieges hatte er stärker reagiert als Benzin. Einer der Gründe ist, dass Diesel auch als Ersatz für Gas verwendet wird und für die Industrie eine größere Rolle spielt.

Beide Preise können im Tagesverlauf auch wieder ein gutes Stück weit sinken – das entspräche der Entwicklung in normalen Zeiten. Zuletzt hatte der allgemeine Anstieg dies aber überlagert.

Heizöl legt ebenfalls weiter zu: Das Portal Heizoel24 meldete am Donnerstagmittag einen Preis von rund 133 Euro für 100 Liter. Das waren rund 5 Euro mehr als am Mittwoch. Vor Kriegsbeginn hatte der Preis noch unter 100 Euro gelegen.

Dass E10 oder Diesel im Tagesdurchschnitt mehr als zwei Euro kosteten, war zuletzt 2022 infolge des Ukraine-Krieges der Fall. Die steigenden Spritpreise sorgen inzwischen auch für eine Diskussion um eine mögliche Spritpreisbremse. Unter anderem fordert der ADAC, dass die Politik eine „vorübergehende Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe prüfen“ müsse (wir berichteten). „Diesel könnte auf den EU-Mindeststeuersatz für Energie abgesenkt und Benzin vergleichbar reduziert werden.“ Dies würde für rund 15 Cent Entlastung je Liter Kraftstoff sorgen.

Führende Wirtschaftswissenschaftler sehen einen möglichen Tankrabatt allerdings kritisch. Ifo-Chef Clemens Fuest hält einen solchen Eingriff für volkswirtschaftlich schädlich. Wenn Öl knapp und teuer sei, sollten die Verbraucher auch das Signal erhalten, davon etwas weniger zu verbrauchen, argumentiert er.

Ein weiter steigender Ölpreis hätte erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Für den Fall, dass der Ölpreis der Sorte Brent auf 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) ansteigt, rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) damit, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent im Jahr 2026 und 0,6 Prozent 2027 geringer ausfällt. Zu diesem Ergebnis kommt eine IW-Simulation. Die Verbraucherpreise wären 2026 um 0,8 Prozent und 2027 um 1,0 Prozent höher.MM, DPA

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