Der zerstörte Benzintank nahe der Ölraffinerie Shahran im Norden Teherans gleicht einem Sinnbild für die Angst in Asien und Europa vor Engpässen bei Energielieferungen. © afp
Teheran/Tel Aviv – Nach der Ernennung von Mojtaba Chamenei zum neuen obersten Führer im Iran geht der Krieg zwischen der Islamischen Republik und Israel mit unverminderter Härte weiter.
Bei einem neuen iranischen Raketenangriff auf Israel wurden nach Angaben von Sanitätern zwei Menschen auf einer Baustelle getötet. Es habe auch an anderen Orten im Großraum Tel Aviv Einschläge gegeben. Israel warf dem Iran vor, bei seinen Angriffen erneut Streumunition einzusetzen. Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet.
Die iranische Hauptstadt Teheran wurde ebenfalls erneut Ziel einer Angriffswelle. Die israelische Armee teilte mit, sie habe die Infrastruktur der iranischen Führung in den Städten Teheran und Isfahan sowie im Süden des Landes attackiert. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Infolge der israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran haben die Behörden seit Kriegsbeginn mindestens 1200 Tote gemeldet.
Ebenso gingen die iranischen Angriffe in den Golfstaaten weiter. Katars Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe mehrere Raketen abgefangen. Die Vereinigten Arabischen Emirate teilten mit, ihre Luftabwehr habe zwölf weitere Raketen abgefangen, drei seien zudem im Wasser niedergegangen. Die Emirate sind bisher besonders stark unter Beschuss.
Die globalen Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Die Preise für Rohöl und Gas gingen durch die Decke (siehe Bericht unten). Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus kam durch den Krieg faktisch zum Erliegen. Die Angst vor einer längeren Sperrung der Schifffahrtsstraße bleibt ein bestimmendes Thema.DPA