Stammwerk Wolfsburg: Volkswagen hat ein schweres Jahr hinter sich. Jetzt wird gespart – auch bei den Arbeitsplätzen. © Hauke-Christian Dittrich, dpa
Wolfsburg – Der Volkswagen-Konzern will nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr seine Sparbemühungen erhöhen. Angesichts der sich rasant ändernden Welt arbeite der Konzern an einem Transformationsplan für die Zeit bis 2030, sagte Konzernchef Oliver Blume bei der Bilanzvorlage. Dabei gehe es auch um erneute Kostensenkungen. Personalkosten stünden zunächst aber nicht im Vordergrund.
Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich Ende 2024 nach langem Ringen auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das allein bei der Kernmarke VW den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wurden im Gegenzug ausgeschlossen. Ähnliche Programme folgten bei Audi und Porsche. Konzernweit sollen so 50.000 Stellen wegfallen. Diese Zahl bekräftigte Blume bei der Bilanzvorlage.
2025 war der Gewinn des Konzerns um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit. Der Umsatz sank um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro. „Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität“, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. Die Sonderbelastungen bei Porsche kosteten 4,7 Milliarden Euro, hinzu kamen die US-Zölle mit 2,9 Milliarden. Im Gesamtjahr verwies der Konzern auf Sonderkosten von 8,8 Milliarden Euro. Ohne diese hätte das operative Ergebnis aber bei 17,7 Milliarden Euro gelegen, was eine Marge von 5,5 Prozent bedeutet hätte.
„Wir haben handelspolitische Hürden, wir haben komplett veränderte Märkte, wir haben eine zunehmende Regulatorik“, sagte Blume. „Und wir stellen ganz einfach fest, dass das Geschäftsmodell, was uns über Jahrzehnte getragen hat, dass das in dieser Form nicht mehr funktioniert.“ Dem wolle man mit einem neuen „Zielbild Volkswagen Konzern 2030“ begegnen.
Dabei gehe es auch um Kosteneffizienz. „Wir werden jeden Stein umdrehen. Das geht über alle Kostenarten.“ Personalkosten stünden zunächst aber nicht im Vordergrund. Größere Einsparungen verspricht sich Blume in anderen Bereichen wie Beschaffung, Entwicklung, Material, Produktion und Vertrieb. Beim Personal werde man zunächst das konsequent umsetzen, was bereits vereinbart wurde.
Zwar komme VW mit den 2024 aufgelegten Effizienzprogrammen gut voran, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. Im vergangenen Jahr seien die Gesamtkosten dadurch bereits um 1,5 Milliarden Euro gesunken. Doch das werde angesichts neuer Belastungen etwa durch die US-Zölle nicht reichen.
Bei den Verkäufen war der Konzern 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen gerutscht: Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus, 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa legte der Konzern sogar zu. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen.
Die einstige Ertragsperle Porsche verdiente 2025 im Autogeschäft operativ nur noch 90 Millionen Euro. 2024 waren es noch 5,3 Milliarden Euro gewesen. Die Kernmarke VW verbesserte sich dagegen leicht von 2,59 auf 2,61 Milliarden Euro operatives Ergebnis, Audi verschlechterte sich von 3,9 auf knapp 3,4 Milliarden Euro.
Für 2026 strebt der Konzern wieder mehr Profitabilität an. Die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern soll sich in diesem Jahr auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen. Vergangenes Jahr war sie um 3,1 Punkte auf 2,8 Prozent abgerutscht.