Umschlagplatz für Irans Rohöl

von Redaktion

Teheran – Die US-Armee hat massive Angriffe auf die iranische Öl-Insel Charg geflogen. Das Eiland ist ein wichtiger Öl-Standort des Iran, von dem aus laut der US-Bank JP Morgan etwa 90 Prozent der Rohölexporte der Islamischen Republik abgewickelt werden.

Charg liegt im Norden des Persischen Golfs etwa 30 Kilometer von der Küste und rund 500 Kilometer von der Straße von Hormus entfernt. Seit Kriegsbeginn hatten Israel und die USA die Insel zunächst gemieden. Am Freitag erklärte Trump schließlich, alle militärischen Ziele auf Charg seien „vollständig ausradiert“. Trump ergänzte, er habe sich zunächst „dafür entschieden, die Ölinfrastruktur auf der Insel nicht zu zerstören“.

Die Insel erlebte während des Öl-Booms im Iran in den 1960er und 1970er-Jahren eine starke Entwicklung, da ein Großteil der iranischen Festlandküste zu flach für Supertanker war. Der Iran versuchte, seine Exportkapazitäten zu diversifizieren, indem er 2021 ein Terminal in Dschask im Golf von Oman eröffnete, außerhalb der Straße von Hormus. Charg bleibt jedoch ein Eckpfeiler der iranischen Wirtschaft und eine wichtige Einnahmequelle für die Revolutionsgarden.

In den vergangenen Tagen berichteten US-Medien über Spekulationen, wonach US-Bodentruppen möglicherweise für einen Einsatz vorbereitet werden, insbesondere auf Charg. Ein solcher Bodeneinsatz wäre auf der fast vollständig aus Ölinfrastruktur, Pipelines und Tanks bestehenden Insel allerdings „sehr schwierig“ auszuführen, sagt Farzin Nadimi vom Washington Institute for Near East Policy. „Ein direkter Angriff würde den Großteil der iranischen Rohölexporte sofort zum Erliegen bringen und wahrscheinlich schwere Vergeltungsmaßnahmen in der Straße von Hormus oder gegen die regionale Energieinfrastruktur auslösen“, heißt es von JP Morgan.

Der Iran hat bereits gewarnt, dass jeder Angriff auf seine Infrastruktur mit Vergeltungsmaßnahmen beantwortet werde. Am Samstag drohte Teheran damit, die mit den USA verbundenen Ölinfrastruktur im Nahen Osten „in Schutt und Asche zu legen“.AFP

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