Alternativen zur Straße von Hormus

von Redaktion

Teheran – Die Lieferungen durch die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit den Weltmeeren verbindet, sind fast komplett zum Erliegen gekommen. 129 Schiffe passieren den Seeweg normalerweise im täglichen Durchschnitt, zuletzt waren es am Tag nur noch eine Handvoll. Mindestens 16 Schiffe wurden laut der britischen Seefahrts-Behörde UKTMO bereits angegriffen.

Für Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar hat mit der faktischen Blockade der Straße von Hormus ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen. Sie müssen andere Wege finden, um Kunden zu beliefern und noch größere Umsatzeinbrüche zu verhindern.

Der Fokus liegt nun vor allem auf zwei Pipelines: Saudi-Arabien betreibt die 1200 Kilometer lange „Petroline“, die von der riesigen Ölanlage Abkaik im Osten quer durch die Wüste führt zum Hafen Janbu im Westen am Roten Meer. Die Emirate haben ihrerseits eine 400 Kilometer lange Pipeline, die zum Golf von Oman führt. Diese beiden Pipelines sollen nun helfen, zumindest einen Teil des Öls umzuleiten. Hilfreich könnte auch die Sumed-Pipeline weiter nördlich werden, die parallel zum Suezkanal in Ägypten verläuft und die das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet.

Für das Gas aus Katar, dem zweitgrößten LNG-Exporteur, gibt es aktuell aber keine Alternative, um Weltmärkte zu beliefern. Das verteuert LNG auf dem Weltmarkt enorm und macht es Ländern wie Deutschland schwer, seine Wintervorräte wieder aufzufüllen.

Die Umstellung von Schiffs- auf Pipeline-Transport ist beim Rohöl aber vor allem eine Frage der Kapazitäten. Die Pipelines in der Region können der Internationalen Energie-Agentur (IEA) zufolge nur etwa ein Viertel der etwa 20 Millionen Barrel Rohöl (je 159 Liter) transportieren, die sonst auf Tankern verschifft würde.

Für Lieferungen, die über das Rote Meer umgelenkt werden, lauern zudem neue Gefahren. Denn die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz griff seit 2023 im Zuge des Gaza-Kriegs immer wieder Handelsschiffe an.

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