BMW und VW zahlen Mitarbeitern Prämie

von Redaktion

Ein Bandarbeiter erhält bei BMW für 2025 im Schnitt 4750 Euro Prämie, bei VW sind es 1250 Euro. © Sven Hoppe, dpa

München/Wolfburg – Trotz sinkendem Gewinn schütten BMW und VW Prämien an ihre Mitarbeiter aus. Bei BMW sind es zwar etwas weniger als die 5665 Euro im Vorjahr. Mit 4745 Euro plus 1056 Euro für die Altersvorsorge liegt die Ausschüttung dennoch weit über einem Monatsgehalt. Die Zahl bezieht sich auf einen Facharbeiter der Tarifgruppe 5 in Bayern, der etwa 3500 Euro im Monat verdient. „Bei uns gilt das Prinzip Leistung und Gegenleistung“, sagte BMW-Personalchefin Ila Horstmeier. Deshalb falle die prozentuale Zusatzvergütung vom Vorstand bis zum Mitarbeiter gleich aus. Das leichte Minus liege am gesunkenen Gewinn, so Horstmeier. Für das Jahr 2025 hatte BMW einen operativen Gewinnrückgang von 11,5 Prozent gemeldet.

Deutlich kleiner fällt die Prämie bei VW aus. Gesamtbetriebsrat und Vorstand einigten sich nach Angaben der Nachrichtenagentur afp aber trotz Sparkurs auf 1250 Euro „Anerkennungsprämie“. Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo erklärte, dass der „hohe Einsatz der gesamten Belegschaft“ zu einem guten Ergebnis der Marke Volkswagen geführt habe – „das wiederum zahlt auf unser Konzern-Ergebnis ein“. Deswegen sei es „folgerichtig und fair, dass nun alle Beschäftigtengruppen profitieren“. Bei VW war der Gewinn um knapp die Hälfte eingebrochen.

Um die Krise der europäischen Industrie zu lindern, will die EU in Europa hergestellte Produkte künftig bevorzugen. BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljković kritisierte das auf einer Veranstaltung in München. Jedes vierte in Deutschland produzierte Auto stamme aus einem BMW-Werk, so der Manager, der im Mai den Job als BMW-Chef von Oliver Zipse übernimmt. Wegen des globalen Produktionsnetzwerkes und der weltweiten Lieferketten des Unternehmens sei der Ansatz „Made in Europe“ aber gefährlich, die Autobranche, sei stark auf Freihandel angewiesen. Das Vorhaben werde „zu weniger Innovationen, weniger Wachstum und letzlich weniger Wohlstand in Europa führen“, sagte er.HÖSS

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