Lieferprobleme bei Rheinmetall

von Redaktion

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit seinem australischen Amtskollegen Pat Conroy (rechts) bei einem Besuch bei Rheinmetall Defence Australia. © D. ENGLAND, epd

Berlin – Beim Flugabwehrprojekt Skyranger 30 der Bundeswehr kommt es zu erheblichen Verzögerungen. Das Bundesverteidigungsministerium erwartet die Lieferung der ersten Serienfahrzeuge mit einer Verspätung von mindestens 16 Monaten, wie der „Stern“ unter Berufung auf Bundeswehr- und Parlamentskreise berichtete. Die Auslieferung des Flugabwehrkanonenpanzers beginnt somit frühestens im Jahr 2027. Die vollentwickelte Skyranger-Version erhält die Bundeswehr erst ab 2029.

Auf Nachfrage sprach Rheinmetall lediglich von fünf Monaten Verzug. Als Gründe für die Verzögerungen werden unter anderem technische Probleme bei der Integration zentraler Komponenten genannt.

Der Rheinmetall-Chef Armin Papperger war zuletzt wegen abwertenden Äußerungen zur Drohnenproduktion in der Ukraine in die Kritik geraten. Papperger hatte in einem Interview mit dem US-Magazin „The Atlantic“ auf eine Frage zur Entwicklung der Drohnentechnologie in der Ukraine gesagt, dies sei „wie mit Lego zu spielen“. Der Rheinmetall-Chef verglich zudem wichtige ukrainische Drohnenhersteller mit „Hausfrauen“: „Sie haben 3-D-Drucker in der Küche, und sie stellen Drohnenteile her. Das ist keine Innovation.“

Die Äußerungen sorgten in der Ukraine für große Empörung. „Wenn jede Hausfrau in der Ukraine tatsächlich Drohnen herstellen kann, dann kann jede Hausfrau in der Ukraine Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall sein“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag und bezeichnete Pappergers Vergleich als „grotesk“.

Die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Sara Nanni, sagte dazu dem „Stern“: „Statt ukrainische Hausfrauen zu diffamieren und den bierernsten Kampf der Ukraine zu veralbern, sollte sich Herr Papperger mal lieber um seinen eigenen Laden kümmern.“ Mehr als ein Projekt liege deutlich hinter der Zeit. „So wird das nichts mit einem verteidigungsbereiten Deutschland 2029“, sagte Nanni.

■ Drohnensystem aus australischer Fertigung

Die Bundeswehr soll derweil bis 2029 mit einem autonomen Kampfdrohnen-System aus australischer Produktion ausgestattet werden. Der Rüstungskonzern Rheinmetall und Boeing Australia schlossen dazu eine strategische Partnerschaft, wie Rheinmetall am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Die „MQ-28 Ghost Bat“ genannte Drohne wurde von Boeing Australia zusammen mit der australischen Luftwaffe entwickelt. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich bei seinem jüngsten Besuch in Australien ein Bild von den Ghost Bats gemacht.

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