München – Er hat den Weg vieler französischer Top-Manager gemacht. Christophe Bruneau war Diplomat, wechselte dann in die Luft- und Raumfahrtindustrie. Am 1. April trat er sein neues Amt als Chef der Ariane-Group an, dem europäischen Unternehmen mit 8700 Mitarbeitern, das nicht nur die namensgebenden Ariane-Weltraumraketen baut, sondern auch Träger für die französische Atomstreitmacht. Nach Ostern wird Bruneau auch in München erwartet, wo er lange lebte.
Bruneau will gerade die Aktivitäten des Konzerns in Deutschland mit Standorten in Bremen, Ottobrunn, Lampoldshausen und Trauen stärken. Hier hat der in Frankreich starke Verteidigungsbereich Nachholbedarf. Der 58-Jährige spricht fließend Deutsch. Er hat viele Jahre in Deutschland und auch in München gearbeitet – bei Projekten, bei denen die transnationale Zusammenarbeit klappte.
Er war Direktor der Weltraumsparte von MAN Technologie in Augsburg, eines wichtigen Ariane-Zulieferers: Bei Snecma war er zuständig für Raumfahrtantriebe. Später war er in München und Madrid Programmleiter für das Triebwerk TP400, das den Militär-Airbus A400M antreibt.
Zuletzt war Bruneau Leiter der militärischen Triebwerkssparte bei Safran Aircraft Engines. Das Unternehmen entwickelt gemeinsam mit MTU das Triebwerk für das künftige europäische Kampfflugzeug FCAS. Anders als im Gesamtprojekt läuft hier dem Vernehmen nach die Zusammenarbeit gut.MARTIN PREM