München – Das bayerische Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace wollte eigentlich deutsche Raumfahrtgeschichte schreiben: Am Donnerstagabend sollte mit dem zweiten Testflug die deutsche Weltraumrakete „Spectrum“ starten und möglichst auf eine Erdumlaufbahn gebracht werden. Doch statt das Vorhaben live auf YouTube zu übertragen, verkündete das Unternehmen, dass der Startversuch abgebrochen werden musste. Der Grund: ein mutmaßliches Leck.
„Es steht außer Frage, dass wir die Umlaufbahn erreichen und einen zuverlässigen Zugang zum Weltraum demonstrieren werden“, erklärte Daniel Metzler, Isar-Aerospace-Chef am Abend. „Startabbrüche gehören zur Raketenindustrie; jedes erfolgreiche Raketenunternehmen hat das schon erlebt.“ Jeder Versuch liefere weitere wertvolle Erkenntnisse.
Auf der „Spectrum“ getauften Rakete ruhen große Hoffnungen. Sie soll nach der Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden bringen. Laut Metzler ist das Unternehmen jetzt schon bis 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist.