So richtig rund läuft es nicht am Arbeitsmarkt. Und die Prognosen für den Rest des Jahres lassen auch nicht viel Besserung erwarten. © Michael Reichel/dpa
München/Nürnberg – Die Beschäftigung in Deutschland – lange Zeit auf einem kontinuierlichen Weg nach oben – wird im laufenden Jahr nur noch in den Bundesländern Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg leicht zulegen. Das geht aus der Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.
■ Weniger junge Leute rücken nach
In zehn von 16 Bundesländern werde ein Rückgang erwartet – bundesweit um rund 40.000. Es ist somit das erste Minus der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009. Hauptgrund ist die Demografie – die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente, weniger junge Menschen rücken auf den Arbeitsmarkt nach. Am stärksten ist der Rückgang der Beschäftigung im Saarland (minus 1,2 Prozent), in Sachsen-Anhalt (minus 1,0 Prozent) und in Thüringen (minus 0,9 Prozent). Bayern liegt bei einem moderaten Rückgang von 0,1 Prozent, ebenso Baden-Württemberg. Beide Bundesländer haben traditionell die robusteste Wirtschaftsstruktur mit den geringsten Arbeitslosenzahlen. Hier dürfte es der Prognose zufolge heuer aber einen Rückschlag geben. Die Zahl der Arbeitslosen soll von 2025 auf 2026 in Bayern um 1,9 Prozent und in Baden-Württemberg um 2,0 Prozent steigen.
Eine höhere Arbeitslosigkeit wird in 13 Bundesländern erwartet, nur in Schleswig-Holstein (minus 0,5 Prozent), Niedersachsen (minus 0,4 Prozent) und dem Saarland (minus 0,3 Prozent) soll es zu einem Rückgang kommen. Der werde allerdings so klein ausfallen, dass er nicht zu einer sinkenden Arbeitslosenquote führen werde.
Die größten relativen Anstiege bei den Arbeitslosen werde es mit einem prognostizierten Plus von 3,3 Prozent in Berlin und mit 3,0 Prozent in Sachsen geben, teilte das IAB weiter mit. „Auch wenn sich in einzelnen Regionen steigende Beschäftigung bei sinkender Arbeitslosigkeit zeigt, ist insgesamt keine deutliche Erholung der regionalen Arbeitsmärkte zu erwarten“, sagte IAB-Forscherin Anja Rossen.
■ Bayern hat weiter die beste Quote
Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt regional höchst unterschiedlich. Während Bayern mit 4,1 Prozent weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet, weisen die Stadtstaaten Bremen (11,6 Prozent), Berlin (10,6) und Hamburg (8,4 Prozent) die höchsten Quoten aller Bundesländer auf.MM