MTU steigt bei Drohnen ein

von Redaktion

München – Der Flugzeugtriebwerkehersteller MTU Aero Engines steigt in den Zukunftsmarkt für militärische Drohnen ein. Der Münchner Konzern übernimmt dazu den Spezialisten für kleine Jet-Antriebe, das Kölner Unternehmen AeroDesignWorks GmbH. MTU erweitert damit sein Portfolio um Antriebslösungen für unbemannte Luftfahrzeuge und moderne Lenkflugkörper.

Es ist der erste Zukauf des relativ neuen MTU-Chefs Johannes Bussmann, der seit September 2025 an der Spitze des Konzerns steht und damit eine Lücke im Angebot schließt. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. AeroDesignWorks wurde 2011 aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ausgegründet und hat rund 40 Beschäftigte.

In den vergangenen 15 Jahren hat sich das Unternehmen zu einem technologisch führenden Anbieter von Gasturbinen im Schubbereich bis 400 Newton, also sehr kleinen Jet-Triebwerken, entwickelt. Wie es heißt, arbeitet das Unternehmen an Antriebslösungen für weitere nationale und europäische Drohnen- und Lenkflugkörperprogrammen in deutlich höheren Schubklassen. Hier kann MTU helfen.

Nach eigenen Angaben sollen Triebwerke bis 10 Kilonewton-Schub entwickelt werden. So beliefert Aerodesignworks beispielsweise das Drohnen-Start-up Destinus, das einen bodengestützten Marschflugkörper entwickelt. Mit der Übernahme leiste MTU einen Beitrag zur Stärkung der technologischen Unabhängigkeit Europas, erklärt MTU-Vorstand Ottmar Pfänder. MTU erzielt rund zehn Prozent des Umsatzes im Militärgeschäft. Beteiligt ist MTU an Triebwerken für die Kampfflugzeuge Tornado und Eurofighter, die Hubschrauber Tiger und CH-53K sowie das Transportflugzeug Airbus A400M.GERHARD HEGMANN

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