In Bayern ist die Kaufkraft am größten

von Redaktion

München – Wer im Ballungsraum München Miete bezahlen muss, weiß, dass nicht allein das monatliche Einkommen zählt, wenn es darum geht, wie viel man sich im Alltag leisten kann. Kaufkraft ist das Schlüsselwort: Sie berücksichtigt zum einen, was nach Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen vom Bruttoeinkommen übrig bleibt, zum anderen die Preise, die regional für die Lebenshaltung insgesamt zu bezahlen sind. In Gegenden, wo die Mieten besonders hoch sind, kann selbst ein stattliches Einkommen schnell zu einer unterdurchschnittlichen Kaufkraft führen.

400 Landkreise und Kreisstädte hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) untersucht. Der Freistaat Bayern schneidet bei der Kaufkraft von allen Bundesländern am besten ab. Trotz der hohen Wohnkosten schlägt sich selbst die Landeshauptstadt vergleichsweise gut, weil hier im Durchschnitt eben auch besonders gut verdient wird: München landet im Ranking auf Platz 68 und liegt damit weit vor anderen Großstädten wie Stuttgart (Platz 331), Frankfurt (358) und Berlin (383).

Die höchste Kaufkraft gibt es der IW-Erhebung zufolge in Heilbronn. Knapp dahinter liegt der Landkreis Starnberg. Hier ist das nominale Einkommen je Einwohner mit 44.500 Euro am höchsten. Da aber die Lebenshaltungskosten fast 14 Prozent über dem Bundesschnitt liegen, bleiben als Kaufkraft nur 39.200 Euro. An der Spitze finden sich viele touristisch starke Regionen, die häufig in der Nähe von Metropolen liegen. Neben Starnberg gilt das auch für Miesbach, das bundesweit auf Rang 5 landet.

Dass auch weniger attraktive Orte, wie etwa die Landkreise Wunsiedel, Rhön-Grabfeld und Olpe sich unter den Top-10 wiederfinden, liegt an dem dort klar unterdurchschnittlichen Preisniveau bei stabilen Nominaleinkommen. „Hier trifft solider Mittelstand auf niedrige Preise“, resumiert das IW.

Ganz am Ende der Skala liegen strukturschwache Städte wie Offenbach, Gelsenkirchen, Duisburg, Kaiserslautern und Herne.CORINNA MAIER

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