Markt hofft auf Frieden im Sommer

von Redaktion

Die Finanzmärkte in Asien (hier Japan) reagieren besonders empfindlich auf schlechte Nachrichten aus dem Nahen Osten. © Eugene Hoshiko/dpa

Die Hoffnung auf frische Brennstoff-Lieferungen ist erst mal dahin, die Lage angespannt. An den Märkten wird trotzdem auf Frieden gewettet.

■ Öl & Kraftstoffe

In der Nacht zum Montag kletterte der Preis für ein Barrel Rohöl mit Lieferung im Juni bis zu neun Prozent auf 104 Dollar. Am Freitag hatte der Preis noch bei 95 Dollar gelegen. Die mittelfristigen Erwartungen sind damit noch weit von Panik entfernt: Am 31. März kostete die gleiche Lieferung 118 Dollar. Offenbar hoffen die Raffinerie-Betreiber noch auf frische Lieferungen und wollen keine teuren Wetten für Juni oder Juli abschließen. Für den laufenden Bedarf sieht es ganz anders aus: Schon am Freitag kostete eine kurzfristige Lieferung Rohöl 124 Dollar. Der Rohstoff war damit teurer als fertiges Benzin. Das zeigen Daten des Preisinformationsdienstes Argus Media. Hintergrund ist: Während Europa genug Benzin für den Eigenverbrauch produziert, muss es Kerosin und Diesel importieren. Beides ist jetzt knapp. Laut Argus stammten allein 40 Prozent des Flugkraftstoffs aus dem Nahen Osten.

■ Erdgas

Die Notierung für Juni-Lieferungen stieg um 8,5 Prozent auf 47,35 Euro je Megawattstunde (MWh). Seit Beginn des Kriegs war der Gaspreis zwischenzeitlich über die Marke von 70 Euro geklettert. Ganz im Gegensatz zum Öl bleiben Terminkontrakte aber bis zum Frühjahr 2027 auf ähnlich hohem Niveau. Ein Grund dürften die historisch leeren europäischen Gasspeicher sein. Denn je länger die Versorgung unterbrochen ist, desto größer der Druck, die Speicher vor dem Winter zu füllen.

Experten befürchten, dass eine Blockade des Iran weitere Angriffe Teherans provozieren könnte. So könnte das Regime etwa die verbündeten Huthi-Rebellen auffordern, Schiffe im Roten Meer anzugreifen. Zudem hat der Iran im laufenden Krieg bereits Infrastruktur in Saudi-Arabien, Israel und dem Oman beschossen – außerhalb der Straße von Hormus. Es sind also weitere Produktionskapazitäten der Region in Gefahr. Auch US-Präsident Trump rechnet inzwischen mit längeren Einschränkungen: Die Preise für Benzin könnten auch im November so hoch sein wie heute – oder noch höher.

■ Sprit & Heizöl

Bis gestern Nachmittag stiegen die Preise für Diesel um rund 3 Cent und die für Super E5 um rund 1,5 Cent. Das zeigen Daten der Markttransparenzstelle Kraftstoff. Heizöl verteuerte sich in München um zwei Cent auf 1,36 Euro pro Liter (bei 3000 Litern Lieferung), so das Vergleichsportal Heizoel24. Laut Argus Media erreichen aktuell die letzten Lieferungen aus Nahost ihre Zielhäfen. Sollte die Blockade weiter andauern, werden die Kraftstoff-Reserven aufgezehrt – was zu steigenden Preisen führen dürfte.

■ Börsen

Auch an den weltweiten Aktienmärkten hofft man offenbar auf Frieden: Die Börsen in Japan, Korea und Deutschland öffneten zwar alle im Minus, bis zum Nachmittag betrug es aber jeweils weniger als ein Prozent.MIT DPA

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