Passagiere warten am Münchner Flughafen: Die Lufthansa wird zwischen Montag und Donnerstag bestreikt. © Karl-josef Hildenbrand/dpa
Bei der Lufthansa gehen die Streiks des fliegenden Personals mit kaum veränderter Härte weiter. Am Dienstag fielen durch den zweiten Streiktag der Piloten erneut hunderte Flüge der Kerngesellschaft und der Regionaltochter Cityline aus. Allein an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München musste die Lufthansa mehr als 900 Starts und Landungen absagen.
■ Neue Streiks
Am Mittwoch und Donnerstag kommt es bereits zum nächsten Ausstand. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. Mit dieser fünften Streikwelle des fliegenden Personals wird der Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa an diesem Mittwoch überschattet. Die Gewerkschaften planen eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale in Frankfurt.
■ Ersatz-Beförderung
Man hat auch bei streikbedingten Flugausfällen laut EU-Verordnung für Fluggastrechte ein Recht auf Ersatzbeförderung – das gilt ebenso bei absehbaren, großen Verspätungen von mehr als fünf Stunden. Airlines müssen das schnellstmöglich organisieren und auch Flüge von Wettbewerbern prüfen. Lufthansa schreibt online, Passagiere würden im Fall einer Annullierung kostenlos und in der Regel automatisch auf einen anderen Flug umgebucht. Gerade bei gestrichenen innerdeutschen Verbindungen kann auch das Umwandeln in eine Bahnfahrkarte eine Option sein.
■ Essen und Hotel
Man hängt über Nacht fest? Die Fluggesellschaft muss in solchen Fällen in gewissem Rahmen für Getränke und Essen aufkommen. Außerdem muss sie notwendige Hotelübernachtungen zahlen und für die Fahrt dorthin wie auch zum Hotel sorgen.
■ Entschädigung
125 bis 600 Euro: Das sind Entschädigungen, die betroffenen Passagieren bei kurzfristigen Flugausfällen zustehen können – die Summe ist abhängig von der Länge des Fluges. Auch bei streikbedingten größeren Verspätungen am Ziel und bei Ersatzflügen, die mindestens eine Stunde früher als eigentlich geplant abheben, kommt das in Betracht.
■ Ticket-Erstattung
Wer auf eigene Faust nach Hause reisen will, kann sich sein Ticket von der Lufthansa erstatten lassen, schreiben die Verbraucherzentralen. Die Airline muss dann binnen sieben Tagen zahlen. Einen Reisegutschein müssen Fluggäste nicht annehmen. Allerdings verlieren Passagiere dann auch ihren Anspruch auf Ersatzbeförderung. Bevor man dieses Recht abtritt, sollte man also prüfen, ob es eine entsprechend attraktive alternative Heimreise gibt. Was bleibt, ist das Recht auf Ausgleichszahlungen für die Verspätung.
■ Kontakt zur Lufthansa
Braucht man akut Hilfe bei der Heimreise, spricht man die Lufthansa am besten direkt am Schalter an – oder kontaktiert sie unter der +49 (0) 69 86 799 799. Wer seine Ansprüche im Nachhinein geltend machen will, kann das unter www.lufthansa.com/us/de/feedback.html tun.
■ Kritik an Gehältern
Im aktuellen Streik geht es um den Beitrag des Konzerns zur Altersvorsorge der Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo. Doch bereits heute bekommen Lufthansa-Piloten die mit Abstand höchsten Gehälter im Konzern, kritisiert die Personalführung. Laut einem Bericht des Handelsblatts steigt ein First Officer mit 88.600 Euro pro Jahr ein, ein erfahrener Kapitän kann aber ohne Zulagen auf rund 281.000 Euro kommen. Allerdings: Davon müssen die Piloten der Airline 110.000 Euro an Ausbildungskosten zurückzahlen.mas/dpa